20.05.2022

Laufen für den guten Zweck

Bild vergrößern

Alle Schüler machen mit: Königsbacher Schoch-Schule stellt Spendenlauf auf die Beine

Meter um Meter, Runde um Runde legen die Schüler auf dem großen Rasenplatz zurück. Vier Hütchen markieren die Strecke, eine Runde ist 200 Meter lang. Bei schönstem Wetter hat die Königsbacher Johannes-Schoch-Schule am Mittwochvormittag (11. Mai) die Laufschuhe geschnürt. Alle rund 190 Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse sind auf den Beinen gewesen, um etwas für den guten Zweck zu tun. Denn es handelt sich um einen Spendenlauf. Der eine Teil des Geldes geht an den Förderverein der Schule, der damit Anschaffungen zum Wohl der Schüler vornimmt, Projekte ermöglicht und unterstützt. Der andere Teil wird an Unicef gespendet, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, das damit Schülern in Madagaskar hilft. Denn in dem afrikanischen Land gehen der Organisation zufolge rund 1,5 Millionen Kinder nicht zur Schule, weil der Unterricht schlecht, die Schule zu weit weg, durch Wirbelstürme zerstört oder nicht vernünftig ausgestattet ist. Auf dem Sportplatz der Johannes-Schoch-Schule gibt es am Mittwochvormittag keinen Konkurrenzdruck. Jeder darf in seinem eigenen Tempo laufen. Wer nicht mehr kann, legt eine Trinkpause ein oder hört ganz auf.

Jede Klassenstufe hat rund 25 Minuten, dann ist die nächste dran. Am Rand steht Lehrerin Franziska Frister, die den Lauf zusammen mit ihrer Kollegin Caroline Biedermann federführend organisiert hat. Unterstützt von einigen ehrenamtlich helfenden Eltern, zählt sie die Runden: Haben die Schüler eine geschafft, bekommen sie einen Strich auf dem Laufzettel, den sie um den Hals hängen haben. Noa (9) hat 20 Runden geschafft. „Genau so viele wie letztes Mal.“ Auch Elia (10) hat 20 Runden geschafft. Den Lauf fand er zwar anstrengend, aber „schon cool“. Mit seinen Mitschülern Maurice (9), Evan (10) und Madsen (9) ist er sich einig: „Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir locker noch 20 Runden gelaufen.“ Die Jungs sind in der Gruppe unterwegs gewesen, haben aber nicht geredet, „weil das zu viel Energie braucht“. Frister ist von der Energie und der Ausdauer der Schüler begeistert. „Man merkt, dass die Kinder wirklich voll dabei sind.“ Sie könnte sich gut vorstellen, dass auch der gute Zweck zur Motivation beiträgt. Und natürlich der Umstand, dass sich die Schüler in der Gruppe gegenseitig anspornen können.

Im Sportunterricht habe man schon ein bisschen geübt, erzählt Frister. Um die Kondition zu trainieren, haben die Lehrer teilweise Affenfiguren auf Papier gedruckt und mit den Kindern ein Spiel gestartet: Alle paar Minuten durften sie ein weiteres Körperteil mit Buntstiften ausmalen. Rektorin Manuela Frank glaubt, dass der Lauf nach der Corona-Zeit für die Schüler etwas Besonderes ist. Durch die Beschränkungen sei die Bewegung für viele etwas zu kurz gekommen. „Deswegen war es uns wichtig, die Veranstaltung so schnell wie möglich stattfinden zu lassen und den Schülern damit ein Event zu bieten.“ Gleichzeitig betont Frank den mit der Spendenaktion verbundenen sozialen Aspekt: „Die Kinder sollen ein Gespür dafür bekommen, dass es auf der Welt Menschen gibt, denen es nicht so gut geht wie ihnen.“