10.05.2022

Anträge jetzt schon stellen: Ukrainische Flüchtlinge werden ab Juni vom Jobcenter betreut

Auf der Enzkreis-Homepage können die Anträge, die ukrainische Flüchtlinge ab Juni brauchen, bereits heruntergeladen werden.
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Auf der Enzkreis-Homepage können die Anträge, die ukrainische Flüchtlinge ab Juni brauchen, bereits heruntergeladen werden.

Antrag steht auf Ukrainisch im Internet bereit

Ab dem 1. Juni erhalten aus der Ukraine geflüchtete Menschen finanzielle Leistungen nicht mehr über das Asylbewerber-Leistungsgesetz, sondern über das Sozialgesetzbuch (SGB II), allgemein Hartz IV genannt.  Für die derzeit etwa 1.500 betroffenen Personen, die im Enzkreis gemeldet sind, bedeutet dies, dass sie einen neuen Antrag auf Leistungen stellen müssen. Der Grund: Im SGB II-Antrag werden mehr Daten abgefragt als für die Asyl-Leistungen.

Im Landratsamt wechselt die Zuständigkeit vom Amt für Migration und Flüchtlingen zum Jobcenter – „ein Kraftakt“, wie die beiden Amtsleiter Lukas Klingenberg (Migration) und Hartmut Schölch (Jobcenter) übereinstimmend berichten. „Wir rechnen mit derzeit 700 bis 800 sogenannten Bedarfsgemeinschaften, also Menschen, die gemeinsam in einem Haushalt leben“, sagt Schölch – „das sind gut 25 Prozent mehr Fälle als bisher, und zwar von einem Tag auf den anderen.“

Die neue Regelung ist das Ergebnis eines Beschlusses zwischen der Bundesregierung und den Ländern. Ein Vorteil des Wechsels besteht beispielsweise darin, dass der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung eröffnet wird.

Auch wenn die entsprechenden Gesetzesänderungen noch nicht beschlossen sind, bereitet man sich im Landratsamt bereits intensiv auf den Zuständigkeitswechsel vor. So stehen im Internet die entsprechenden Anträge bereits auf Ukrainisch zur Verfügung. „Ausgefüllt müssen sie aber auf Deutsch werden“, betont Hartmut Schölch – „sonst können wir ja nicht lesen, was drinsteht.“ Wer fürs Ausfüllen Hilfe benötigt, kann sich an die Sozialbetreuung in den Städten und Gemeinden wenden; auch deren Kontaktdaten finden sich auf den Enzkreis-Seiten www.enzkreis.de. Lange warten sollte man nicht: „Für einen reibungslosen Übergang ist es sinnvoll, den Antrag jetzt schon zu stellen“, so Schölch.

Für Fragen steht das Jobcenter per E-Mail an jobcenter@enzkreis.de zur Verfügung. Das Land hat zudem eine Hotline für Geflüchtete aus der Ukraine eingerichtet, die mit russisch und ukrainisch sprechenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt und unter der Nummer 0800 70 22 500 erreichbar ist.