• Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein

Gemeinderatssitzung vom 05.11.2019 - Teil 1

Weniger Flüchtlinge - Integrationsbeauftragter berichtet / Neue Hauptamtsleiterin / Gemeinde erhält Zuschuss
Stefanie Haindl ist neue Hauptamtsleiterin in Königsbach-Stein. Die 39-Jährige ist studierte Juristin. (rol)

Stefanie Haindl ist die neue Hauptamtsleiterin in Königsbach-Stein. Sie freue sich auf die neuen Aufgaben, die ihr künftig „ein noch weiteres Aufgabenfeld eröffnen und zugleich weitere Leitungs- und Führungsverantwortung bieten“, sagte die 39-Jährige, als sie sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorstellte. Haindl ist studierte Juristin und kommt aus Mönsheim, wo sie von 2009 bis 2018 im Gemeinderat saß. Seit 2012 arbeitet sie im öffentlichen Dienst und war zuletzt stellvertretende Leiterin der Abteilung Personal und Organisation beim Landratsamt Calw. Man freue sich, die Stelle wieder besetzt zu haben, sagte Bürgermeister Heiko Genthner, der in der Sitzung noch eine weitere positive Nachricht zu verkünden hatte: Die Gemeinde ist mit ihrem Vorhaben „Gemeinsam Zukunft gestalten in Königsbach-Stein“ in das Förderpopgramm Quartier 2020 des Landes aufgenommen worden. Die Fördersumme beträgt knapp 70 000 Euro. Ziel des Vorhabens ist der Aufbau einer kommunalen, bedarfs- und ressourcenorientierten Altenhilfeplanung und -entwicklung auf Basis von Bürgerbeteiligung – mit der Prämisse, Zusammenarbeit und Vernetzung zu fördern. Projektstart soll im Januar 2020 sein.

 

Einiges vor hat auch Ralf Schmidt: Der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde berichtete dem Gemeinderat genauso wie Integrationsmanagerin Angelika Maier aus seiner Arbeit. Seit Ende 2017 ist Schmidt im Amt. Seither sei die Zahl der in Königsbach-Stein untergebrachten Flüchtlinge von 138 auf aktuell 94 gesunken. Als Gründe nannte er die „massive Rückführungspolitik“ des Regierungspräsidiums und den legalen Wegzug einiger Flüchtlinge. Aber er sagte auch: Einige Flüchtlinge seien abgetaucht, um sich auf diese Weise ihrer Abschiebung zu entziehen. Auf Nachfrage von Tobias Schwender (FW) stellte Schmidt klar, weder er noch die Gemeinde würden in der Regel vorab über geplante Abschiebungen informiert. Insofern konnte er Schwender auch wenig Hoffnung machen, als dieser darum bat, Abschiebungen mit Beteiligung von Kindern in Zukunft deeskalierend zu organisieren. Anlass für seine Forderung war die Abschiebung einer Frau mit ihren drei Kindern, die aus seiner Sicht alles andere als optimal verlaufen war. Angeblich soll sie in Unterwäsche ins Polizeiauto geführt worden sein. Schwender sagt, er sei dabei gewesen und habe sich geschämt, dass in Königsbach-Stein so etwas vorgekommen sei. Als Bürger und Gemeinderat fühle er sich dafür zuständig. Dominique Schünhof (FW) betonte: Auch bei Abschiebungen müsse „eine gewisse Menschenwürde“ unbedingt gewahrt bleiben. Auch Rolf Engelmann (Grüne) sagte: „Wir sollten so ein Bild nicht abgeben.“ – Nico Roller

 

Veröffentlicht am Mittwoch, 13. November 2019