• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Zugang zur Musik

Uwe Pfauch trommelt vier Tage lang mit 80 Kindern der Königsbacher Comeniusschule
Uwe Pfauch trommelt vier Tage lang mit 80 Kindern der Königsbacher Comeniusschule

Bumm-Zack, Bumm-Zack. Mit den Handflächen schlagen die Kinder auf die Cajons, auf denen sie im Halbkreis sitzen. Immer wieder, immer lauter. Bumm-Zack, Bumm-Zack hallt es dumpf durch das ganze Schulhaus. „Jetzt alle zusammen“, ruft Uwe Pfauch, der vorne in der Mitte des Raumes sitzt. Die Kinder geben alles. „Achtung.“ Pfauch hebt die Hand und winkt ab. „Super, prima.“ Er ist zufrieden. Der erste Rhythmus klappt schon ganz gut. Zwei weitere wird er mit den Kindern an diesem Vormittag an der Königsbacher Comeniusschule noch einstudieren. Setzt man sie in der richtigen Reihenfolge zusammen, passen sie perfekt auf Namikas Charthit „Je ne parle pas francais“. Nicht der einzige Titel, den die Schüler zusammen mit Uwe Pfauch einüben.

 

Vier Tage lang ist der studierte Musiker an der Königsbacher Comeniusschule zu Gast, um mit rund 80 Kindern von der ersten bis zur neunten Klasse auf Cajons zu trommeln und um ihnen zu zeigen, was man mit Boomwhackers alles anstellen kann. Boomwhackers, das sind unterschiedlich lange, bunte Plastikstäbe, die einen Ton erzeugen, wenn man sie aufeinanderschlägt. Genauso wie die Cajons sind sie einfach zu handhaben und leicht zu lernen. „Die Kinder erhalten so einen Zugang zur Musik“, sagt Pfauch: „Sie sehen, dass es nicht schwer ist, ein Instrument zu lernen und dass es Spaß macht.“ Der studierte Musiker weiß: Erfolgserlebnisse sind wichtig für Kinder und Jugendliche. Seit mehr als fünf Jahren ist er mit seinen Trommel-Workshops in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Er legt Wert auf einen lockeren Umgang mit den Schülern und versucht, immer Lieder auszuwählen, die sie kennen. „Es ist wichtig, am Nabel der Zeit zu sein. Dann sind die Schüler sofort dabei.“ Vom Engagement der Comeniusschüler ist Pfauch begeistert. „Die Kinder sind super aufmerksam und machen toll mit.“

 

Für ihn ist es bereits der zweite Besuch an der Schule, die im Amtsdeutsch sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum heißt. „Als er uns vor zwei Jahren das erste Mal besucht hat, waren Schüler und Eltern so begeistert, dass wir gesagt haben: Das machen wir wieder“, erzählt Angelika Schleider. In der vom Lions Club Remchingen-Pfinztal und vom Förderverein unterstützten Trommelwoche sieht die Rektorin eine Möglichkeit, das Lernen für die Schüler abwechslungsreicher zu gestalten. Schon Wochen im Voraus hätten sie sich darauf gefreut, erzählt die Rektorin: „Viele haben mich gefragt, wann sie endlich trommeln können.“ – Nico Roller

Veröffentlicht am Mittwoch, 6. März 2019