• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Neues Seniorenzentrum kann entstehen

Neues Seniorenzentrum mit ca. 100 vollstationären Pflegeplätzen und ca. 20 Plätzen in der Tagespflege sowie zusätzliche ca. 30 betreute Wohnungen soll in Stein an der Wilhelmstraße entstehen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

an der Wilhelmstraße in Stein soll ein neues Seniorenzentrum mit ca. 100 vollstationären Pflegeplätzen und ca. 20 Plätzen in der Tagespflege sowie zusätzliche ca. 30 betreute Wohnungen entstehen. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2021 geplant. Unsere pflegebedürften Mitbürgerinnen und Mitbürger sollen auch weiterhin eine ausreichende Anzahl an Pflegeplätzen vor Ort zur Verfügung haben, damit sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und unkompliziert durch die Familie, Verwandte und Freunde besucht werden können.

Anlass für den Neubau
Der Neubau wird erforderlich, weil sich die Gesetzeslage geändert hat. So sind nach Ablauf der Übergangsfrist zum 01.09.2019 in Seniorenzentren grundsätzlich keine Mehrbettzimmer mehr zulässig, sondern nur noch Wohnungen oder Einzelzimmer. Dies führt zu einer deutlichen Reduzierung der heute noch verfügbaren Pflegeplätze. Im engen Kontakt mit der Betreiberin der beiden örtlichen Pflegeheime, deren Einbindung von Anbeginn wichtig war, wurde nach Lösungen gesucht.

Um dieser deutlichen Reduzierung an Pflegeplätzen entgegenzuwirken, sollen die erforderlichen Pflegeplätze durch einen Neubau an der Wilhelmstraße geschaffen werden. Dabei wird das neue Seniorenzentrum den aktuellen insbesondere auch Brandschutzvorschriften genügen. Der Betrieb der beiden bisherigen Pflegeheime ist aus Gründen des Brandschutzes zeitlich befristet. Die Gemeindeverwaltung steht mit den Betreibern und mit dem Landratsamt Enzkreis in Kontakt, um den Betrieb dieser beiden bestehenden Einrichtungen bis zur Inbetriebnahme des neuen Seniorenzentrums aufrechterhalten zu können.

 

Warum an der Wilhelmstraße in Stein?
Der Standort an der Wilhelmstraße in Stein ist der geeignetste Standort, auf dem zeitnah ein Seniorenzentrum mit den erforderlichen Plätzen realisiert werden kann. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren das Gemeindegebiet auf geeignete Standorte untersucht. Einige Standorte können nicht realisiert werden, weil die Flächen nicht für den Betrieb eines Seniorenzentrums ausreichend groß waren, einige aus rechtlichen Gründen nicht bebaut oder die Flächen nicht erworben werden konnten. Der geplante Standort liegt im Bereich des Bebauungsplans „Katzenloch“ und ist aktuell als Mischgebiet bzw. als Gewerbebaufläche ausgewiesen.

 

Weshalb dieser Betreiber?
Die Unternehmensgruppe Orpea hat die erforderlichen privaten Grundstücksflächen an der Wilhelmstraße bereits erworben. Sie betreibt auch über die eigene Haus Edelberg-Gruppe in Deutschland rund 165 Einrichtungen mit ca. 17.000 Betten im Bereich der Seniorenpflege und ist mit einer hohen Anzahl an weiteren Einrichtungen im europäischen Ausland tätig. Beispielsweise betreiben sie Seniorenzentren in Pfinztal, Karlsruhe, Weingarten und Oberderdingen und sind dadurch auch schon in der Region bekannt. Die Betreiberin der örtlichen Pflegeheheime hat schon früh eine enge Zusammenarbeit mit der Haus Edelberg-Gruppe initiiert und zur Fortsetzung ihrer erfolgreichen Pflegearbeit einen kompetenten Partner gefunden.

 

Wie wird das Seniorenzentrum aussehen?
Das Seniorenzentrum wird als Bau mit vier Flügeln konzipiert, die im Zentrum baulich miteinander verbunden sind. Angedacht ist ein begrüntes Flachdach. Die Höhe orientiert sich an den umgebenden Gebäuden. Trotz der vorgesehenen weitgehenden Dreigeschossigkeit mit einem zweigeschossigen Flügel wird sich der Neubau mit seiner Gebäudehöhe gut in die Umgebungsbebauung einfügen, da viele in der Nachbarschaft befindlichen Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem zusätzlichen Nicht-Vollgeschoss errichtet sind und folglich als dreigeschossige Gebäude erscheinen.

 

Was ist mit dem Verkehr?
Auch wenn im Rahmen der Straßenverkehrsvorschriften jedermann sein Kraftfahrzeug auf den öffentlichen Straßen abstellen darf, haben die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat beim Betreiber darauf hingewirkt, dass mindestens 60 Stellplätze, und damit deutlich mehr als gesetzlich gefordert werden könnten, auf dem Grundstück des neuen Seniorenzentrums geschaffen werden. Damit kann der Stellplatzbedarf faktisch auf dem eigenen Grundstück gedeckt werden. Die verkehrliche Andienung vom Ortszentrum aus ist auf Basis eines Verkehrsgutachtens als bewältigbar eingestuft, wie es auch die verkehrliche Andienung des benachbarten Gewerbes darlegt und bei der Aufstellung des Bebauungsplans „Katzenloch“, der ein Mischgebiet und Gewerbegebiet festsetzt, als Voraussetzung für dessen Erschließung seinerzeit festgestellt wurde.
 

Was ist mit dem Lärm?
Die schalltechnische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die zu erwartenden Lärmemissionen und –immissionen durch Verkehrslärm die Orientierungswerte für allgemeine Wohngebiete für die neu geplante Bebauung im Tages- und Nachtzeitraum unterschreiten, so dass aus immissionsschutzrechtlicher Sicht dem Bauvorhaben keine Bedenken entgegen stehen.

 

Was ist mit den Nachbarn?
Mancher Nachbar könnte sich durch den Bau des Seniorenzentrums gestört fühlen. Ein sich möglicherweise gestört fühlender Nachbar sollte dabei auch daran denken, dass er sein Grundstück bereits bebauen konnte und eine Bebauung seines Nachbargrundstückes im Rahmen des geltenden Rechts hinzunehmen hat. Auch dient dieses neue Seniorenzentrum der gesamten Bevölkerung, weil unsere pflegebedürftigen Mitbürgerinnen und Mitbürger dort versorgt werden können. Auf eine verträgliche Ausgestaltung von Bau und Betrieb, auch für die Nachbarschaft, wachen zudem die zuständigen übergeordneten Behörden, sowie Gemeinderat und Gemeindeverwaltung.

Zudem bringt das Seniorenzentrum auch Vorteile für die Nachbarschaft mit sich: So können die eigenen pflegebedürften Personen fußläufig untergebracht werden. Die mit dem neuen Seniorenzentrum zu bebauenden Flächen werden nicht durch eine gegebenenfalls deutlich störendere Nutzung überbaut, da auf diesen teilweise in einem Mischgebiet und teilweise in einem Gewerbegebiet liegenden Flächen durchaus auch Gewerbebetriebe hätten errichtet werden können. Es dürfte somit also mit dem neuen Seniorenzentrum deutlich ruhiger werden, als bei einem produzierenden Gewerbebetrieb.

 

Zum Schluss
Für alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Königsbach-Stein eröffnet das neue Seniorenzentrum die Möglichkeit, dass ihre pflegebedürftigen Angehörigen weiterhin in unmittelbarer Nähe wohnen und besucht werden können. Ein Seniorenzentrum ist eine wichtige Infrastruktureinrichtung für eine attraktive Gemeinde. Wir dürfen uns darauf freuen, dass diese wichtige Einrichtung in Königsbach-Stein entstehen wird.

 

Ihr

Heiko Genthner

Bürgermeister

 

Veröffentlicht am Mittwoch, 7. November 2018