• Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein

Maßnahmenpaket gegen schwere Unfälle

Straßenverkehrsbehörden und Polizei nehmen die L571 zwischen Königsbach und Wössingen ins Visier
Seit vergangener Woche gilt Tempo 70 zwischen Königsbach und Wössingen.

Erst am vergangenen Donnerstag demonstrierte ein Raser auf der kurvenreichen Strecke zwischen Wössingen im Landkreis Karlsruhe und Königsbach im Enzkreis beispielhaft das Problem: Die L571 beim Johannesthaler Hof kommt seit Jahren nicht aus den Schlagzeilen, weil Verkehrsteilnehmer nach Geschwindigkeits- und Überholverstößen regelmäßig schwere Unfälle verursachen. Der 27-jährige Spitzenreiter von letzter Woche hatte mit seinen 153 km/h noch Glück und kam unverletzt davon, bekam jedoch ein Fahrverbot.

 

"Wir kennen die Strecke und haben schon in der Vergangenheit reagiert", erklärt Oliver Müller, Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamtes Enzkreis. "Der Straßencharakter ist nicht nur an der Golfplatz-Kurve gefährlich, sondern vor allem im weiteren Verlauf Richtung Königsbach tückisch, wo er schon allein optisch zum schnelleren Fahren verleitet und Verkehrsteilnehmer dann von plötzlichen Verschwenkungen überrascht werden".

 

Michael Sengle und Heiko Zinnschlag vom Polizeipräsidium Karlsruhe ergänzen, dass sich schwere und sogar tödliche Unfälle auf der gesamten Strecke zu jeder Jahres- und Tageszeit ereignen, an denen sowohl Auto- und LKW- als auch Motorradfahrer beteiligt  sind.

 

Bereits im vergangenen Herbst haben die Verkehrsexperten daher gemeinsam mit Rüdiger Decker von der Straßenverkehrsbehörde des benachbarten Landkreises Karlsruhe ein Maßnahmenpaket beraten, das nun umgesetzt wurde:

 

Seit letzter Woche gilt auf dem zwei Kilometer langen, unfallträchtigen Abschnitt der L571 durchgehend Tempo 70 in beiden Fahrtrichtungen, das mit auffälligen Trägertafeln und dem Zusatz "Unfallstrecke" begleitet wird. Darüber hinaus hat die Straßenmeisterei des Enzkreises an allen Kurven sogenannte Leitstecktafeln angebracht, die den Fahrbahnverlauf bereits aus der Ferne verdeutlichen.

 

"Verkehrsteilnehmer, die dennoch weiterhin gegen jede Vernunft das Überholverbot und die Geschwindigkeitsbeschränkung missachten, werden künftig böse Überraschungen erleben“, kündigt Müller an. „Die Verkehrsbehörden und die Polizei werden die Kontrolldichte auf der gesamten Strecke deutlich erhöhen. Wir sind zuversichtlich, durch dieses Maßnahmenpaket für die Gefahren an dieser Strecke zu sensibilisieren und so letztlich die Unfallzahl zu reduzieren.“

(enz)

 

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Februar 2019