• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Kleine Tiere sorgen für große Augen

Mit einem Kaninchen-Vormittag geht das Ferienprogramm in Königsbach-Stein zu Ende
Kleine Tiere sorgen für große Augen

Langsam durchschreiten die Kinder die kleine Wiese, die Augen fest auf den Boden gerichtet. Sie suchen nach dem Breitwegerich, eine widerständige Pflanze aus der Familie der Wegerichgewächse, die bei Kaninchen sehr beliebt ist. Genauso wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee und Spitzwegerich. „Ich hab’s gefunden“, ruft Sandra Kießig den Kindern nach ein paar Minuten zu. Kießig ist Jugendleiterin bei den Königsbacher Kleintierzüchtern und weiß genau, was Kaninchen fressen, wie sie leben und wie man sie richtig behandelt. Zusammen mit drei weiteren Ehrenamtlichen gibt sie beim Ferienprogramm ihr Wissen einen Vormittag lang an zwölf Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren weiter. Dabei erklärt sie ihnen auch, dass Kaninchen keine Spielzeuge sind, sondern Lebewesen, um die man sich kümmern muss. „Man muss das Tier Tier sein lassen und kann ihm nicht den eigenen Willen aufzwingen.“ Spielerisch vermitteln Kießig und ihre Vereinskolleginnen die Fakten. Sie erklären, dass Kaninchen und Hasen nicht das gleiche sind und, dass ein Unterschied darin besteht, dass Hasen größere Ohren und längere Füße haben. Kaninchen dagegen sind gedrungener im Erscheinungsbild. „Kurz und blockig“ sagen Experten dazu.

 

Die Kinder nehmen die Kaninchen auf den Schoß – und stellen fest, dass sie unterschiedlich aussehen: Zwergwidder haben Hängeohren, bei Farbenzwergen sind sie hochstehend und bei Löwenköpfchen ist das Fell im Kopfbereich länger, fast wie bei einer Mähne. Am Ende dürfen die Kinder den Tieren kleine Leinen anlegen und mit ihnen Gassi gehen. Leinen, die sonst beim Kaninhop zum Einsatz kommen. Dabei springen die Tiere über Hindernisse im Miniaturformat, die ein bisschen an den Pferdesport erinnern. Aktuell hat die Kaninhop-Gruppe der Königsbacher Kleintierzüchter rund ein Dutzend Mitglieder, die bald wieder voll mit dem Training anfangen wollen. Der Verein legt großen Wert auf eine aktive Jugendarbeit und beteiligt sich deswegen regelmäßig am Ferienprogramm. Auch dieses Mal ist man sehr zufrieden. „Ich fand es gigantisch“, sagt Kießig: „Man hat das Gefühl gehabt, dass die Kinder froh waren, rauszukommen und sich auszutoben.“ Mit der Teilnahme am Ferienprogramm will der Verein den Kindern wieder etwas bieten, nachdem sie durch die Corona-Einschränkungen in den vergangenen Monaten stark ausgebremst waren. Kießig freut sich über die Begeisterung der Kinder: „Von Anfang an haben die Augen gestrahlt und sie wollten sich sofort auf die Tiere stürzen.“ – Nico Roller

Veröffentlicht am Donnerstag, 9. September 2021