• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Kleine Hände bedienen große Maschinen

Zum Ende des Ferienprogramms dürfen die Kinder beim Bauhof ans Steuer großer Maschinen

Die Motoren brummen, der Sand wird verladen, die Erde bewegt: Am Dienstagvormittag herrscht geschäftiges Treiben auf dem Gelände des alten Königsbacher Bauhofs. Am Steuer der großen Maschinen sitzen Kinder, die meisten von ihnen keine zehn Jahre alt. Konzentriert halten sie die Lenkräder in der Hand und bedienen die Joysticks – natürlich nicht ganz allein, sondern unter fachmännischer Aufsicht: Die Mitglieder des Bauhofs zeigen ihnen, wie es geht. „Wir wollen den Kindern eine Freude machen und ihnen einen Einblick in unsere Arbeit geben“, sagt Harry Faaß, der die an zwei aufeinanderfolgenden Vormittagen über die Bühne gehende Aktion zusammen mit vier Kollegen organisiert hat.

 

Schon seit vielen Jahren ist sie ein fester Teil des Sommerferienprogramms der Gemeinde – und das aus gutem Grund: „Die Kinder sind immer total begeistert und haben die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht“, erzählt Faaß. Er und seine Kollegen sind jedes Jahr aufs Neue überrascht, wie schnell der Nachwuchs mit den schweren Maschinen zurechtkommt. Etwa mit dem elf Tonnen schweren Bagger, der vor allem für Tiefbauarbeiten genutzt wird. Oder mit dem Radlader, den der Bauhof unter anderem zum Verladen von Schüttgütern und zum Sauberhalten des Häckselplatzes einsetzt. Den kleinen Traktor nimmt er nicht nur zum Mähen der Sportplätze und von Teilen des Friedhofs, sondern auch für den Winterdienst. Ein Gerät nach dem anderen testen die Kinder aus. Und wenn sie nicht gerade selbst am Steuer sitzen, dann drehen sie mit Faaß eine Runde in Richtung Trais auf dem 110-PS-Schlepper.

 

Die Aktion des Bauhofs war einer der letzten Programmpunkte beim Sommerferienprogramm in Königsbach-Stein, das in diesem Jahr wegen der Corona-Krise in deutlich abgespeckter Form stattfand: Anstatt über fünf Wochen erstreckte es sich nur über drei. Auch die Anzahl der Programmpunkte wurde um mehr als die Hälfte auf letztlich knapp über 30 reduziert. Rund 100 Kinder waren insgesamt dabei. „Ich hatte mit weniger gerechnet“, sagt Karina Hölzle vom Kinder- und Jugendbüro, das sich zusammen mit der Agendagruppe Jugend und Soziales um die Organisation gekümmert hatte. Die Organisatoren freuen sich, dass sich trotz Corona wieder zahlreiche Vereine, Institutionen und Privatpersonen dazu bereiterklärt haben, einen Programmpunkt anzubieten. Allen sei ein Mund-Nasen-Schutz und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt worden, erklärt Hölzle, zudem habe man schon im Vorfeld darauf geachtet, dass nur Programmpunkte stattfinden, bei denen die bisher bekannten Hygienebestimmungen eingehalten werden können.

 

Zum ersten Mal bot man dieses Jahr die Anmeldung übers Internet an, die laut Hölzle prompt gut angenommen wurde: Nur 30 Prozent der Teilnehmer hätten sich noch schriftlich angemeldet. Für größeren Aufwand habe dagegen der Datenschutz gesorgt, sagt Hölzle und kündigt an: „Hierzu werde ich mir für kommendes Jahr noch einmal Gedanken machen.“ Ob das Ferienprogramm dann auch wieder unter Corona-Bedingungen stattfinden muss, dazu kann Hölzle keine Prognose abgeben. Darauf vorbereitet wäre man jedenfalls. – Nico Roller

Veröffentlicht am Mittwoch, 16. September 2020