• Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein

Höchstleistung für Mensch und Tier

Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes zeigt Kindern bei Ferienprogramm ihre Arbeitsweise


Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes zeigt Kindern bei Ferienprogramm ihre Arbeitsweise

Melly läuft über den Königsbacher „Plötzer“, zunächst in die eine, dann in die andere Richtung. Mal wird sie schneller, mal langsamer. Melly ist ein Mischlingshund, acht Jahre alt. Nicht lange dauert es, bis sie zu bellen anfängt: Sie hat Katja Poschmann hinter einem toten Baumstamm gefunden. Sie hat sich absichtlich dort versteckt, damit Meli zeigen kann, wie Rettungshunde bei der Flächensuche vorgehen. Zusammen mit vier weiteren Rettungshundeführern des Roten Kreuzes aus Pforzheim gibt Poschmann den Kindern beim Ferienprogramm in Königsbach-Stein am Montagnachmittag einen Einblick in die Arbeit der Rettungshundestaffel. Sie erklären ihnen, auf was es bei der Vermisstensuche ankommt und wie es die Hunde schaffen, feinste Gerüche aus großer Entfernung wahrzunehmen. Die Nase eines Hundes habe 200 Millionen Mal mehr Riechzellen als die eines Menschen, sagt Zachura Aksoy.

 

Aber das allein reicht nicht. Die Leiterin der DRK-Rettungshundestaffel weiß: Damit ein Hund zum Rettungshund werden kann, muss er eine bestimmte Größe haben, eine entsprechende Veranlagung mitbringen, Spaß am Suchen haben, sozial verträglich und unerschrocken sein. Findet er die vermisste Person, muss er eine Belohnung erhalten: etwa ein Leckerli oder eine Beute in Form eines Spielzeugs. Ein ausgebildeter Rettungshund kann ein Gebiet von 30 000 Quadratmetern in 20 Minuten absuchen, auch in unwegsamem Gelände oder in dichtem Wald. Aber: Um ihn richtig suchen lassen zu können, muss der Hundeführer die Windrichtung kennen und sich das Gebiet einteilen. „Für den Hund ist das Höchstleitung“, sagt Aksoy: „Und für den Hundeführer auch.“ Zwei Mal in der Woche trainieren sie und ihre Kollegen für mehrere Stunden, ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

 

Momentan hat die Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes rund 20 Mitglieder, dazu zwölf geprüfte Hunde und neun in Ausbildung. Alle Hundeführer haben eine Ausbildung absolviert und sind zusätzlich Ersthelfer, um vermisste Personen nach deren Auffinden bei Bedarf gleich versorgen zu können. Sechs Mal waren sie dieses Jahr schon im Einsatz. An 365 Tagen im Jahr sind sie 24 Stunden zur Suche nach vermissten Menschen bereit. Sie werden dort eingesetzt, wo Mensch und Technik nicht mehr weiterkommen. Beim Ferienprogramm in Königsbach-Stein wollen sie auf ihre Arbeit aufmerksam machen und die Kinder spielerisch an das Thema heranführen. Auch in Kindergärten und Schulen stellen Aksoy und ihre Kollegen die Fähigkeiten ihrer Hunde vor. – Nico Roller

Veröffentlicht am Dienstag, 3. September 2019