• Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein

Gesundheitskur für Bäume

Obst- und Gartenbauvereine in Königsbach-Stein pflegen mehr als 60 Streuobstbäume
Obst- und Gartenbauvereine in Königsbach-Stein pflegen mehr als 60 Streuobstbäume

Ein eisiger Wind pfeift am Samstagvormittag kräftig über die Hügel rund um Stein. Die Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine (OGV) aus Königsbach und Stein kann er aber nicht von ihrer Arbeit abhalten, denn sie sind gut vorbereitet, tragen dicke Jacken, Mützen und Handschuhe. Ehrenamtlich kümmern sie sich am Samstagvormittag um die Pflege der gemeindeeigenen Streuobstbäume. Mit ihrer Aktion beteiligen sich die beiden Vereine an den landesweiten Streuobstpflegetagen des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft in Baden-Württemberg (LOGL) und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der heimischen Flora und Fauna.

 

Mit Hand-, Motor- und Teleskopstangensägen, mit Hochentastern, Schneidgiraffen, Reb- und Astscheren rücken sie den überschüssigen Ästen an mehr als 60 Bäumen im Gewann „Heuberg“ in der Nähe des Monte Scherbelino zu Leibe. „Auslichten“ nenne man das, erklärt Gerhard Hofsäß. Der Vorsitzende des Steiner OGV weiß: Durch das Abschneiden von überschüssigen Ästen können neue Triebe entstehen, die wiederum die Grundlage für frisches Fruchtholz bilden. „Wenn man einen Baum nicht pflegt, dann stirbt er vorzeitig“, erklärt Günter Leonhard. Er ist Vorsitzender des Königsbacher OGV und betont, Bäume seien Lebensraum für viele Tiere, unter anderem für Insekten, Vögel und Fledermäuse. Wenn man über ausreichend Erfahrung und Fachwissen verfüge, dann könne man die Bäume irgendwann lesen wie ein Buch: „Wenn ich vor einem Baum stehe, zeigt er mir an, wie es um ihn steht“, sagt Leonhard. Manche von ihnen seien schon vergreist, die ältesten schon 80 Jahre alt.

 

„Das sind keine alltäglichen Bäume“, meint auch Hofsäß: „Die brauchen eine spezielle Behandlung.“ Will heißen: In erster Linie geht es beim Schnitt darum, die Statik des Baumes aufrechtzuerhalten, um ihm so ein längeres Leben zu ermöglichen. Der Erhaltungsschnitt steht an diesem Samstagvormittag im Vordergrund. Mehrere Stunden bearbeiten die ehrenamtlichen Helfer Zwetschgen-, Kirschen-, Mirabellen-, Apfel- und Birnenbäume. Ein Engagement, für das ihnen auch Bürgermeister Heiko Genthner bei einem Besuch Dank und Anerkennung ausspricht. Die Zusammenarbeit der beiden Vereine funktioniere hervorragend, lobt der Schultes: „Für uns ist das ein großer Glücksfall.“ – Nico Roller

 

Veröffentlicht am Mittwoch, 6. März 2019