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Ein Dorf im Feiermodus

Hunderte Besucher beim Dorffest in Stein / 14 Vereine bieten zwei Tage buntes Programm
Hunderte Besucher beim Dorffest in Stein / 14 Vereine bieten zwei Tage buntes Programm

Gutes Essen, gute Gespräche, gute Unterhaltung: Wenn in Stein das Dorffest über die Bühne geht, dann kommen schon zur Eröffnung am Samstagnachmittag unzählige Gäste auf den Marktplatz. Musikalisch unterstützt vom Steiner Musikverein, bringt Bürgermeister Heiko Genthner mit wenigen Schlägen das Bier zum Fließen. Dann greift Ernst Fuchs zum Mikrofon, um den Startschuss für das traditionelle Schaltkarchrennen zu geben. Mit den einrädrigen Handwägen, den Schaltkarren, legen die Teilnehmer dabei eine rund 300 Meter lange Strecke „oimol oms kloi Dörfle“ zurück. Mit einem Affenzahn biegen sie um enge Kurven, sprinten durch schmale Gassen und geben auf der Zielgeraden noch einmal alles. Mit nur 37,3 Sekunden ist Max Bleier von der Pizzeria „Montana“ der Schnellste und stellt gleich bei seiner ersten Teilnahme einen neuen Rekord auf. „Das war zwar anstrengend, aber machbar“, sagt er hinterher.

 

Als die Preise überreicht sind, verteilen sich die Besucher an die Stände der Vereine und Gastwirte. Einer von ihnen ist der VdK, der im Bereich der alten Kelter seine Zelte aufgeschlagen hat. Dort sitzen Manfred, Sieglinde und Nadine Krohn zusammen mit Michaela Renz. Für das Steiner Dorffest sind die Vier extra aus dem mehr als 100 Kilometer entfernten Bisingen angereist. „Wir sind schon einmal drüber gelaufen und haben gut gegessen“, erzählen sie: „Wir fühlen uns hier sehr wohl.“ Da freut sich Ursula Hutmacher. Die VdK-Vorsitzende und ihre Kollegen nehmen zum ersten Mal am Steiner Dorffest teil. Bei ihnen gibt es nicht nur Speisen und Getränke, sondern auch Musik: von der Ruck-Zuck-Band. Sie besteht aus Mitarbeitern mit Behinderung der Lebenshilfe. Stücke von Glenn Miller, Elton John und Louis Armstrong haben sie im Gepäck. „Wir haben das Programm extra für das Fest zusammengestellt“, erzählt Hans Weidner. Der 76-Jährige leitet die Band und weiß: „Die Mischung macht’s.“ Nicht nur beim VdK gibt es Livemusik, auch beim Steiner Musikverein. Dort ist man mit dem Verlauf des Fests sehr zufrieden. Rund 20 Helfer sind im Einsatz. Drei Tage vorher haben sie mit dem Aufbau begonnen. „Dieses Jahr ist alles reibungslos gelaufen“, erzählt Vorstandsmitglied Christian Renner.

 

Etwa hundert Meter weiter tischt Fuad Shamot beim Steiner Schützenverein syrische Spezialitäten auf: etwa Falafel oder Baklava: Blätterteig mit Nuss und Honig. Auch beim Bangla German Verein gibt es Gerichte, die man sonst nur selten auf den Teller bekommt. Sie tragen Namen wie „Singara“ (Teigtaschen) oder „Pakura“ (Linsenteig mit Spinat) – „alles mit landestypischen Gewürzen verfeinert“, erklärt Vereinsvorsitzender Zulfiqur Syed, der den Gästen zusammen mit seinen Kollegen einen Einblick in die Kultur Bangladeschs geben will. Vor dem Feuerwehrhaus hat der Verein „Mahzukam“ seinen Stand. Hanne Nies-Ramminger und ihre Kollegen verkaufen selbstgemachte Taschen und Schmuck – für den guten Zweck: Der Verein unterstützt ein Waisenhaus in Kamerun. Dort sei die Lage momentan durch den Bürgerkrieg und die damit verbundene Ausgangssperre sehr schwierig, erklärt Nies-Ramminger. Umso mehr sei es wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen. „Mahzukam“ ist nur einer von 14 Vereinen, die dieses Jahr am Dorffest teilnehmen – ein paar weniger als vor zwei Jahren. Am Samstagabend gibt es bei vielen Livemusik bis spät in die Nacht, am Sonntag bieten CVJM und evangelische Kirchengemeinde ein Kinderprogramm an und der Kindergarten „Storchennest“ einen Flohmarkt. – Nico Roller

Veröffentlicht am Dienstag, 3. September 2019