• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Die Streuobstwiese auf einen Blick

Königsbacher Obst- und Gartenbauverein stellt zwei Lehrtafeln auf
Wichtige Informationsquelle: Initiator Bernhard Peichl (rechts) zeigt seinen Vereinskollegen Peter Helmling, Wolfgang Ruthardt, Jan Sarnecki, Günter und Martina Leonhard (von links) die Tafel im Gewann „Merzen“. (rol)

Sie prägen die Landschaft, sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Selbstversorgung und zum Erhalt alter Obstsorten, sie sind Lebensraum für tausende Tier- und Pflanzenarten: Streuobstwiesen haben eine große ökologische Bedeutung, auch und gerade in der Region. Um darauf aufmerksam zu machen, hat der Königsbacher Obst- und Gartenbauverein (OGV) vor kurzem zwei identische Lehrtafeln aufgestellt: die eine im Gewann „Merzen“, die andere im „Äckerle“, beide auf Grundstücken, die dem Verein gehören. Auf beiden Grundstücken stehen Streuobstbäume, alle mustergültig gepflegt. „Gerade jetzt im Frühling ist es eine Augenweide, wenn man die blühenden Bäume sieht“, sagt Bernhard Peichl. Er ist der für Finanzen und Mitgliederverwaltung zuständige Vorsitzende und hatte vor zwei Jahren die Idee für die Tafeln. Er setzte sich mit einem Fachbüro in Verbindung, das auf Naturkommunikation spezialisiert ist. Aus einer bereits vorhandenen Vorlage entstand eine an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Grafik mit vielen Bildern und kurzen Textbausteinen. Möglichst einfach strukturiert sollte sie sein, übersichtlich und leicht zu lesen.

 

„Das Ziel ist, dass man die wesentlichen Botschaften innerhalb von zwei Minuten aufnehmen kann“, erklärt Peichl, der die Tafeln gerne schon im Herbst 2019 aufgestellt hätte. Aber weil ein komplexes baurechtliches Verfahren notwendig war, dauerte das Ganze etwas länger. Inzwischen stehen die Tafeln seit rund zwei Wochen. Getragen werden sie von einer stahleisernen Struktur, die Vereinsmitglied Hans-Peter Schickle gebaut hat. Neben kurzen Erklärungen zu Streuobstwiesen und den auf ihnen lebenden Tieren und Pflanzen enthalten die Tafeln auch Informationen zu den Aktivitäten des Königsbacher Obst- und Gartenbauvereins, der sich ehrenamtlich um die Pflege und um den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft kümmert. Unter anderem bietet er regelmäßig Schnittkurse an, um seinen Mitgliedern und anderen Interessierten zu zeigen, wie Streuobstbäume richtig gepflegt werden. Das ist wichtig, damit sich die Bäume optimal entwickeln und lange leben.

 

Seinen letzten Schnittkurs hat der Königsbacher OGV im August 2019 auf die Beine gestellt. Momentan darf er wegen der strengen Corona-Verordnungen keine anbieten. „Wir hoffen natürlich, dass sich das bald ändert“, sagt Günter Leonhard. Der Vorstandssprecher weiß: Schnittkurse sind wichtig, damit die Menschen wissen, wie man Streuobstbestände richtig pflegt und so für die Zukunft erhält. Zwar ist Baden-Württemberg in Mitteleuropa die Region mit dem größten zusammenhängenden Streuobstwiesenbestand. Aber auch im Ländle gehen die Bestände immer weiter zurück, weil ihre Besitzer sich nicht um sie kümmern können oder wollen. Auf seinen beiden Grundstücken im „Merzen“ und im „Äckerle“ zeigt der Königsbacher OGV, wie es richtig geht: Die insgesamt mehr als 40 Bäume dort sind nicht nur mustergültig gepflegt, sondern auch mit Nistkästen für Vögel ausgestattet, die der Verein ebenfalls in Schuss hält. Auch Sitzstangen für Greifvögel hat man aufgestellt. – Nico Roller

Veröffentlicht am Dienstag, 20. April 2021