10.05.2022

Waldwirtschaft im Gemeindewald von Königsbach-Stein

Holznutzung ist immer auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Der Wald in Königsbach-Stein erfüllt zahlreiche Funktionen. Er bietet den Menschen Erholungsraum, ist Lebensstätte für viele teilweise bedrohte Arten und liefert den nachwachsenden Rohstoff Holz. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung leistet einen wertvollen Beitrag für die dauerhafte Gewährleistung dieser Waldfunktionen. Im Rahmen der Bewirtschaftung wird darauf geachtet, dass sich der Wald zukunftsgerichtet entwickeln kann. Dies bedeutet, dass er sich hin zu einem möglichst klimastabilen Wald entwickeln kann, der mit den anstehenden weitgehenden Veränderungen unseres Klimas möglichst gut zurecht kommt. In den vergangenen drei Jahren bildete aber auch der Umgang mit entstandenen Dürreschäden einen Schwerpunkt der Waldbewirtschaftung. Nach aktuellen Forschungsergebnissen waren die Jahre 2018-2020 eine der schwersten Dürreperioden. Diese haben dem Wald stark zu schaffen gemacht. Schwerpunkte der Arbeiten waren hier die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit, die Wiederbegründung von Schadflächen – aber auch die Bereitstellung von Holz. Deshalb war auch im vergangen Winter wieder ein Großteil des Geernteten Holzes geschädigt, absterbend oder bereits abgestorben.

Jeder Einwohner der Bundesrepublik Deutschland verbraucht im Durchschnitt rund einen Kubikmeter Holz pro Jahr (Vom Klopapier bis zum Bauholz). Eine nachhaltige Waldwirtschaft gewährleistet die kontinuierliche Lieferung dieser Leistungen des Waldes. Die Nachhaltigkeit bemisst sich hierbei in unterschiedlichen Dingen. Eines ist der Erhalt der Waldfläche. Wird die Waldfläche erhalten, kann sich über die Jahrzehnte der Wald entsprechend entwickeln und die Lieferungen können gesichert werden. Überlegungen über die Baumartenzusammensetzung, (was für Bäume in welcher Mischung sollen im Wald sein) Verjüngungsverfahren (wie gelangt man zur nächsten Waldgeneration), Umtriebszeiten (mit welchem Alter ist ein Wald erntereif) oder Holzvorrat (wieviel Kubikmeter Holz sollen in einem Wald sein) werden in Bezug auf den Waldflächenerhalt zweitrangig. Denn ist die Fläche vorhanden, kann sich über die Zeit vieles entwickeln. Weitere zentrale Kriterien sind der Holzvorrat, eine ausreichende und zielgerichtete Pflege, erfolgreiche Verjüngung und die Entwicklung hin zu zukunftsfähigen Waldbeständen.

Auf einer Fläche von 901 ha hat der Gemeindewald Königsbach-Stein einen Holzvorrat von 394 m³/ha (Vergleich BRD = 336 m³/ha). Der Gemeindewald speichert mit seinem überdurchschnittlich hohen Holzvorrat von über 340.000 m³ viel CO². Allerdings ist dieser sogenannte „Waldspeicher“ nur ein Teil der Leistungen des Waldes im Schutz gegen die menschgemachten Klimaveränderungen. Eine weitere wichtige Funktion ist der Ersatz von CO²-intensiven Baumaterialien wie Beton oder Stahl. Durch diese sogenannte Substitution kann der menschliche CO²-Ausstoß deutlich reduziert werden. Der Wald bindet durch sein Wachstum jährlich ca. 10-14% der menschgemachten CO²-Emissionen und kann damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die Nachhaltigkeit wird durch die 10-jährige Forsteinrichtungsplanung gewährleistet. Einmal im Jahrzehnt erfolgt eine umfassende Inventur und Planung der Maßnahmen für die kommenden 10 Jahre. In diesem Rahmen wird auch die Menge des Holzeinschlags, der sogenannte Hiebsatz festgelegt. In Gemeindewald werden auf dieser Grundlage jährlich 7.000 m³ Holz geerntet.

In Königsbach-Stein gibt es viele alte Wälder. Alte Wälder geben vielen Lebewesen eine Heimat, besonders wenn zahlreiche einheimische Baumarten den Wald prägen. Die Buche ist die natürliche Baumart im Pfinzgau schlechthin. Im Gemeindewald ist sie mit 43 % die häufigste Baumart. Die Waldbestände sind sehr naturnah. Allerdings hat insbesondere die vergangene Trockenperiode gezeigt, dass alte und damit hohe Bäume sich mit den laufenden Klimaveränderungen teilweise sehr schwer tun. Gerade alte Wälder auf flachgründigen Böden, wie es sie in Königsbach-Stein auch gibt, kommen mit dem Trockenstress kaum zurecht. Durch eine gezielte Ernte wird die Verjüngung und damit der Übergang zur neuen Waldgeneration eingeleitet. Wird das geerntete Holz genutzt, indem es Stoffe ersetzt die eine schlechte CO²-Bilanz haben, trägt Holz dazu bei, den Klimawandeln zu verlangsamen. Denn der Klimawandel mit seinen Trockenjahren ist derzeit das größte Problem für unsere Wälder. Deshalb ist Holznutzung immer auch ein Beitrag zum Klimaschutz.