29.09.2022

Reiter begeistern das Publikum

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Mehr als 80 Teilnehmer gehen bei den breitensportlichen Reitertagen in Stein an den Start

Wenn der Richter mit der kleinen Glocke klingelt, dann ist das für die Reiter das Signal, dass sie loslegen dürfen, dass sie zeigen können, was sie zusammen mit ihren Pferden draufhaben. Gelegenheiten dazu gibt es viele, unter anderem beim Caprilli-Test, bei Führzügel-, Dressurreiter-, Stil-Spring- und Springreiter-Wettbewerben. Jede Menge Reitsport ist am Wochenende auf dem Reitplatz neben der Steiner Wiesenmühle geboten gewesen. Organisiert vom Reit- und Ritterverein Gengenbachtal, sind am Samstag und am Sonntag mehr als 80 Reiter auf rund 60 Pferden bei insgesamt 13 Prüfungen an den Start gegangen. Eine von ihnen war am Sonntagmittag die Kostüm-Dressur-Kür, bei der sich sowohl Reiter als auch Pferde in Schale geworfen haben, unter anderem als Schneewittchen, als Piraten, als Vampire und Hommage an die Kultband „Abba“. Klar, dass sie damit die Blicke der zahlreichen Besucher auf sich zogen, die später auch beim Jump and Run Spaß daran hatten, zu sehen, wie in Zweier-Teams nicht nur geritten, sondern auch gelaufen werden musste.

Nachdem der Reiter mit seinem Pferd fünf Hindernisse überwunden hatte, war der Läufer dran, der sich mit einer Schubkarre durch einen Slalom manövrierte, mit Fingerspitzengefühl Wäsche an einer Leine aufhing und es mit Schwung den Pferden beim Sprung über die Hindernisse gleichtat. Am Ende schaffte es Madeleine Heckmann vom gastgebenden Reit- und Ritterverein Gengenbachtal zusammen mit Läufer Leonardo in 71 Sekunden auf den ersten Platz. Überhaupt hat sich die Jugend des Reit- und Rittervereins über alle insgesamt 13 Prüfungen hinweg gut geschlagen. „Das Training hat sich ausgezahlt“, sagt Anja Lucht, die die Reitertage federführend organisiert und die Meldestelle betreut hat. Mit dem Verlauf der Veranstaltung zeigt sie sich hochzufrieden – auch, wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat. „Sehr entspannt“ sei es dieses Jahr gewesen, sagt Lucht, die das auch darauf zurückführt, dass anders als in den zurückliegenden beiden Jahren keine Corona-Auflagen mehr eingehalten werden mussten: keine Hinweisschilder, kein Papierkrieg, keine Hygienekonzepte und Abstandsregeln.

Dieses Jahr konnte der Verein sich wieder voll und ganz auf das konzentrieren, worum es eigentlich geht: Reitsport für jedermann. Denn mit den breitensportlichen Reitertagen richtet er sich vor allem an Turniereinsteiger, an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die noch nicht oft vor Publikum und unter Wettkampfbedingungen geritten sind. Ihnen will man laut Lucht in einem geschützten Rahmen die Möglichkeit geben, erste Erfahrungen zu sammeln. Und damit bewusst einen Kontrast setzen zu den Profi-Turnieren. Lucht sagt: „Bei uns geht es locker zu.“ Was sich auch daran zeigt, dass sich die Teilnehmer auch kurzfristig noch für weitere Prüfungen anmelden konnten. „Die Kinder müssen motiviert werden, dann macht es ihnen auch Spaß“, sagt Vereinsvorsitzender Otto Gassenmeier und erklärt, die Veranstaltung lebe auch von den Zuschauern, die die Reiter anfeuern, die Spaß haben, die zu fairen Preisen etwas essen und trinken. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten rund 50 Helfer in mehreren Schichten, darunter auch viele Kinder und Jugendliche des Vereins.

Ein Engagement, über das Gassenmeier sich ebenso freut wie über die Unterstützung der Sponsoren, ohne die die Veranstaltung in dieser Größenordnung gar nicht machbar wäre. Eine Veranstaltung, von der laut Lucht auch die Jugend des eigenen Vereins in hohem Maß profitiert. Insgesamt sind momentan rund 120 Kinder und Jugendliche in mehreren Gruppen dabei. Besonders stolz ist Lucht, dass es während der Corona-Zeit sogar gelungen ist, die Anzahl der Jugendlichen zu erhöhen. Um das zu bewerkstelligen, habe der Verein gerne einen großen Aufwand auf sich genommen. „Wir haben immer geschaut, was wir im Rahmen der Regeln risikolos anbieten können.“