23.09.2022

Jahreshauptversammlung Freiwillige Feuerwehr Königsbach-Stein

Die Geehrten: Kommandant A. Groß gratuliert M. Schroth, M. Lamprecht, T. Bahm, J. Bauser, T. Kraus, M. Bauser, M. Schreiber und K.-H. Weisenbacher (von links). Glückwünsche kommen auch von C. Müller, H. Genthner, M. Haberstroh und M. Irion
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Die Geehrten: Kommandant A. Groß gratuliert M. Schroth, M. Lamprecht, T. Bahm, J. Bauser, T. Kraus, M. Bauser, M. Schreiber und K.-H. Weisenbacher (von links). Glückwünsche kommen auch von C. Müller, H. Genthner, M. Haberstroh und M. Irion

Auf dem Weg zum gemeinsamen Feuerwehrhaus

Immer wieder ist es angesprochen worden, fast alle Redner haben etwas dazu gesagt: Auch, wenn der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung noch keine Entscheidung über seine Realisierung getroffen hat, war ein mögliches gemeinsames Feuerwehrhaus beherrschendes Thema bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Königsbach-Stein. Kommandant Andreas Groß ließ keinen Zweifel daran, dass er es für nötig hält. In den bestehenden Häusern sei man in Königsbach an der Kapazitätsgrenze, in Stein habe man sie schon überschritten. Keines der Häuser entspreche mehr heutigen Anforderungen und Unfallverhütungsvorschriften, sagte Groß und verwies auf einen Test der Einsatzzeiten, bei dem sich von der Bucht an der L 611 beim SVK-Sportplatz aus alle Ziele unter fünf Minuten erreichen ließen. Was aber freilich nicht bedeute, dass der Standort deswegen schon festgelegt sei. Eine vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wo ein Neubau möglich wäre. Groß sagte, bei einer feuerwehrinternen Abstimmung habe sich eine klare Mehrheit von 77 Prozent für ein gemeinsames Gebäude ausgesprochen. „Wir stehen noch ganz am Anfang und nur gemeinsam können wir so ein Projekt starten.“

Geehrte: Für 15 Jahre aktiven Dienst ging das bronzene Feuerwehr-Ehrenzeichen an Maike Lamprecht und Tim Bahm. Für 40 Jahre aktiven Dienst erhielt Michael Schroth das silberne Feuerwehr-Ehrenzeichen. Von der Gemeinde wurden Manfred Schreiber und Karl-Heinz Weisenbacher geehrt, weil sie bereits seit 50 Jahren Mitglied der Feuerwehr sind. Ebenfalls von der Gemeinde wurden Markus und Jochen Bauser für 25-jähriges Engagement im Musikzug „Blaue Husaren“ geehrt. Torsten Kraus ist bereits seit 40 Jahren im Musikzug und war dort jahrelang als Fahnenträger aktiv.

Andreas Groß, Kommandant
Kommandant Andreas Groß blickte auf das vergangene Jahr zurück. Er lobte den Ausbildungsstand der aktiven Kameraden und die Arbeit, die in der Jugendfeuerwehr geleistet wird, aus der 98 Prozent der aktiven Feuerwehrangehörigen stammen. Deren Leitung wird zum Jahresende von Jan Elsässer an Jonas Grun übergehen. Der Kommandant machte keinen Hehl daraus, dass die Corona-Krise auch der Feuerwehr schwer zu schaffen gemacht hat: Übungen mussten abgesagt, Masken bei Einsätzen getragen und Ausrücke-Stärken reduziert werden. In Kleinstgruppen habe man ab Januar 2021 wieder üben dürfen, mit zunehmenden Impfungen ab August wieder fast normal. „Ich hoffe und wünsche, dass wir künftig von einer solchen Ausnahmesituation verschont bleiben.“ Groß ist überzeugt, dass die Gemeinden „massiv Werbung“ für den Feuerwehr-Dienst betreiben müssen. Gleichzeitig beklagte er, dass Feuerwehr-Mitgliedschaft heute bei der Arbeitssuche ein Nachteil sein könne, dass es nicht mehr selbstverständlich sei, im Einsatzfall den Arbeitsplatz verlassen zu können. Und er appellierte an Autobesitzer, so zu parken, dass die Feuerwehr durchkommt.

Heiko Genthner, Bürgermeister
Viel Lob für ihr Engagement erhielten die Feuerwehrkameraden von Bürgermeister Heiko Genthner. Er zeigte sich beeindruckt vom schnellen und kompetenten Eingreifen und sagte, die Internetseite zeige das große Einsatzspektrum, auf das die Königsbach-Steiner Wehr bestens vorbereitet sei. Ihre Angehörigen opferten einen Teil ihrer Freiheit, um auch an den Wochenenden, in den Abendstunden und an Feiertagen der Allgemeinheit zu dienen. „Ihr Engagement geht weit über das hinaus, was im Ehrenamt üblich ist“, sagt Genthner und betonte, der Verwaltung und dem Gemeinderat sei viel daran gelegen, die Feuerwehr zu unterstützen. Im Haushaltsplan seien 650.000 Euro für eine neue Drehleiter eingestellt. Eine Drehleiter, die zusammen mit drei anderen Gemeinden beschafft werde, um Synergieeffekte zu nutzen. Der Bürgermeister verwies auf die Machbarkeitsstudie zum neuen Feuerwehrhaus, die zeigen solle, wie es aussehen und wo es stehen könnte. Genthner betonte, auch die Feuerwehr solle in den Prozess mit einbezogen werden.

Martin Irion, stellvertretender Kreisbrandmeister
Mit der Idee eines gemeinsamen Feuerwehrhauses kennt sich Martin Irion aus. Schließlich ist der stellvertretende Kreisbrandmeister auch Kommandant in Straubenhardt, wo im Frühsommer ein neues Gebäude eingeweiht wurde, das sechs bisherige ersetzte. Er sagte, die Feuerwehr müsse beteiligt werden. „Nur dann kann das unterm Strich was werden.“ Den Königsbach-Steiner Feuerwehr-Kameraden rief er zu: „Ihr habt in den letzten zwei Jahren sehr viel geleistet“. Und betonte, in der Öffentlichkeit werde oft nur die reine Einsatzarbeit gesehen. Die im Anschluss unter anderem für Reinigung und Dokumentation aufgebrachten Zeiten würden dagegen kaum wahrgenommen. Irion betonte, die Jugendfeuerwehren seien die „Nachwuchsschmieden der Einsatzabteilung“ und attestierte der Königsbach-Steiner Wehr, mit dem Team auf einem guten Weg zu sein. Er dankte den Kameraden für ihre Disziplin in den vergangenen beiden Corona-Jahren. Inzwischen sei man wieder weitestgehend zur Normalität zurückgekehrt, sagte Irion, der hofft, dass man von weiteren Wellen und Einschränkungen verschont bleibt. Zudem hofft er, dass die Umstellung auf Digitalfunk überall so klappt, wie man sich das vorgestellt hat.

Markus Haberstroh, Vorsitzender des Feuerwehrverbands
Von Veranstaltungen und Fortbildungen konnte Markus Haberstroh bei der Hauptversammlung in Königsbach-Stein nichts berichten, weil sie in der Corona-Zeit nicht möglich waren. Dennoch hat man im Feuerwehrverband dem Vorsitzenden zufolge nicht die Füße hochgelegt. Im Rahmen des Zukunftsprojekts „Feuerwehr 4.0“ seien zwei Imagefilme gedreht worden und zudem drei Filme, die in der Ausbildung zum Einsatz kommen sollen. Am 15. Oktober sollen sie interessierten Feuerwehr-Kameraden präsentiert werden. Haberstroh versprach: Aus- und Fortbildungen seien nicht vergessen und würden nachgeholt. Auch er äußerte sich zu einem möglichen gemeinsamen Feuerwehrhaus und sagte, er könne nachvollziehen, wenn der eine oder andere Kamerad wegen dieser Veränderung etwas wehmütig oder traurig werde. Aber er forderte auch dazu auf, das Positive und die „riesige Chance“ zu sehen, die in einem solchen Projekt liege. Wenn man wie Königsbach-Stein jetzt schon zwei starke Züge habe, dann entstehe mit einem gemeinsamen Gebäude „etwas Saustarkes“.

 

Die wichtigsten Zahlen

 

2021

2020

Einsätze

93

93

aktive Mitglieder

110

112

Mitglieder Jugend-Feuerwehr

35

45


Der größte Einsatz

Einer der spektakulärsten Einsätze der Königsbach-Steiner Wehr im vergangenen Jahr ereignete sich im Februar: In der Bleichstraße brannte eine an ein Wohnhaus angebaute Scheune. Das Feuer breitete sich schnell aus, weil Benzinkanister explodierten und sich altes Stroh auf dem Dachboden befand. Insgesamt waren elf Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt, auch aus Birkenfeld und Mühlacker, zudem Kräfte vom Roten Kreuz und der Polizei – insgesamt 90 Personen. Am Folgetag rückten Feuerwehr und THW nochmal aus, weil sich das Stroh wieder entzündet hatte.