20.05.2022

Eine Halle voller Bilder

Kathrin Schlösser leitet die Fotogruppe der Königsbacher Naturfreunde und freut sich über die Ausstellung in der örtlichen Festhalle.
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Kathrin Schlösser leitet die Fotogruppe der Königsbacher Naturfreunde und freut sich über die Ausstellung in der örtlichen Festhalle.

Königsbacher Fotogruppe zeigt ihre Werke bei Ausstellung am kommenden Wochenende

Ein Boot liegt verlassen am Strand, eine Wendeltreppe scheint ins Nichts zu führen, ein Leuchtturm steht auf einer felsigen Klippe, Wasser stürzt einen Abgrund hinunter, ein Affe schaut nachdenklich, knochige Hände umklammern einen Spazierstock, in einem verwunschen Wald erzeugen alte, knorrige Bäume eine mystische Stimmung. In der Königsbacher Festhalle kann man sich kaum sattsehen am gezeigten Bilderreichtum. Am kommenden Wochenende präsentiert die Fotogruppe der Naturfreunde dort noch einmal ihre besten Werke. 136 Fotos gibt es zu sehen, sechs davon in Großformat. 20 Mitglieder der Fotogruppe stellen aus. Deren Leiterin Kathrin Schlösser sagt, alle hätten sich „wirklich wahnsinnig“ auf die Ausstellung gefreut, denn die letzte ist inzwischen schon vier Jahre her. Normalerweise findet sie alle zwei Jahre statt. Doch 2020 entschied sich die Fotogruppe wegen der Corona-Krise und der mit ihr verbundenen Beschränkungen schweren Herzens für eine Absage. Schlösser sagt, man habe warten wollen, bis der Besuch der Ausstellung wieder einigermaßen unbeschwert möglich ist. Die in der Festhalle gezeigten Bilder seien eigentlich schon für 2020 bestimmt gewesen, erklärt Schlösser: „Sie haben nur darauf gewartet, dass wir sie endlich aufhängen.“

Alle Bilder sind vor der Corona-Krise entstanden und zeigen die Welt, wie sie davor gewesen ist: mit Menschenmassen, mit Berührungen und mit Eindrücken aus fernen Ländern, die während der Einschränkungen nicht bereist werden können. Bei der Fotoausstellung gibt es kein vorgegebenes Thema, kein Motto, nach dem sich alle richten müssen. Weil jeder seine eigenen Schwerpunkte setzen kann, gibt es in der Festhalle eine große Vielfalt zu bestaunen: von Landschaft, über Akt, Architektur und verlassene Orte bis zur Makrofotografie. Es geht in die Ferne, etwa nach Schottland, zur Isle of Skye, wo schroffe Felsen, grüne Wiesen und kleine Seen friedlich unter einer aufreißenden Wolkendecke liegen, aus der die Sonne hervorstrahlt. Auch den Bahnhof von Antwerpen, das Gaswerk im tschechischen Hrenzko, Szenen aus Japan und Belgien gibt es zu sehen. Auf der Halbinsel Darß sind mit einer langen Belichtungszeit Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Seebrücke und der Buhnen entstanden.

Viele Bilder zeigen auch Motive aus der Region, etwa das Kloster Maulbronn, die Pforzheimer Bahnhofsunterführung, den Gasometer, den Himmel am Eisinger Loch, den Wildsee bei Kaltenbronn. Portraitfotos zeigen Emotionen, die Makrofotografie lässt kleinste Details sichtbar werden, etwa bei einer Distel oder bei einem Grashüpfer, der auf einer Rosenblüte sitzt. Bei den Tieren reicht die Bandbreite vom Weißkopfseeadler über Seelöwen und Leoparden bis zu kämpfenden Antilopen. In die Ausstellung integriert sind drei Multivisionsschauen zu den Alpen, zu den Schlössern der Loire, zu Ägypten und dem Nil. Produziert worden sind sie von Manfred Schröter, Elke Ebner und Ralf Kunzmann. Die Fotogruppe der Königsbacher Naturfreunde existiert bereits seit 1964 und hat auch in der Corona-Krise nicht pausiert. Auf die monatlichen Treffen wollten die Mitglieder nicht verzichten und verlegten sie deshalb ins Internet. Geöffnet hat die Fotoausstellung in der Königsbacher Festhalle (Ankerstraße 11) am Samstag und Sonntag, 21. und 22. Mai, jeweils von 10 bis 19 Uhr. Weitere Informationen: www.fotogruppe-königsbach.de.