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Waldbegang des Gemeinderats

Gemeindewald gut in Schuss
Waldbegang des Gemeinderats

In seiner nächsten Sitzung wird sich der Gemeinderat mit der anstehenden Forsteinrichtungserneuerung beschäftigen, die festlegt, wie es mit dem Gemeindewald bis zum Jahr 2024 weitergehen soll. Im Rahmen einer Waldbegehung machten sich die Mitglieder des Gremiums daher selbst ein Bild vom Zustand des gemeindeeigenen Walds. „Ein gut gepflegter Wald mit angemessenen Erträgen, so wie die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz sind die wesentlichen Einzelziele des Waldbesitzes“, erklärte Forstamtsleiter Frieder Kurtz, der zusammen mit Revierförster Simon Mades und Forsteinrichter Thomas Lehn durch das Unterholz führte. Kurtz berichtete, der Gemeindewald sei insgesamt gut in Schuss.

 

Wie aus den Unterlagen der Forstbehörde hervorgeht, weist der PEFC-zertifizierte Gemeindewald einen gleichbleibenden Holzvorrat von etwa 394 Vorratsfestmetern je Hektar auf, was für einen laubholzgeprägten Betrieb sehr hoch ist. Lediglich der Nadelholzanteil geht leicht zurück. Seit der letzten Forsteinrichtung im Jahr 2004 nahm die Fläche des Forstbetriebs leicht ab und lag am Stichtag bei rund 900 Hektar, die Holzbodenfläche bei rund 870 Hektar. Der vorbildlich, mit Fahr- und Maschinenwegen erschlossene Gemeindewald wird seit Sommer vergangenen Jahres von Revierförster Simon Mades betreut, der Michael Steinbeck ablöste. Das Altersklassenverhältnis ist ausgeglichen und in den Jungbeständen überwiegen Buche, Bergahorn, Esche und Hainbuche. Die mit Abstand wichtigste Holzart ist mit einem Anteil von rund 47 Prozent die Buche, die schwerpunktmäßig aus der Mast von 1888 stammt. „Die Buche stammt in der Regel aus Naturverjüngung“, informierte Kurtz, und sei daher anderen Baumarten in der Jugendphase im Wuchs überlegen. Außerdem habe sie nicht mit arteigenen Parasiten zu kämpfen.

 

Mit einem Anteil von 16 Prozent steht die Douglasie an zweiter Stelle, die großflächige, homogene Bestände mit hoher Wüchsigkeit und Qualitätsentwicklung bildet. Auch wenn sie wegen ihrer fremdländischen Herkunft bisweilen kritisch gesehen wird, sieht Kurtz in der Douglasie eine zukunftsträchtige Baumart, die hochwertiges Nutzholz mit hoher Haltbarkeit und Stabilität liefere. Die Fichte hat weiter an Fläche eingebüßt und liegt bei sieben Prozent, die Eiche hingegen konstant bei rund zehn Prozent. „Die Eiche ist eine beständige Holzart und vielseitig verwendbar“, erklärte Forsteinrichter Lehn, außerdem habe sie eine große historische Bedeutung für die Kulturlandschaft. Bei den Buntlaubhölzern sind Bergahorn, Esche und Hainbuche von Bedeutung.

 

Der im Jahr 2004 festgelegte Holzeinschlag wurde in der vergangenen Dekade nur zu 79 Prozent realisiert, was an einer unbefriedigenden Preisgestaltung auf dem Buchenstammholzmarkt liegen könnte. Die Planung für die kommenden Jahre sieht vor, den Hiebsatz um zehn Prozent gegenüber der letzten Forsteinrichtung anzuheben, was einem Holzeinschlag von insgesamt 68000 Erntefestmetern in den nächsten zehn Jahren beziehungsweise von 7,8 Erntefestmetern pro Jahr und Hektar entspricht. Damit liegt der geplante Holzeinschlag noch unter dem laufenden Zuwachs. Weiterhin ist geplant, im Hinblick auf den Klimawandel die klimatoleranten Baumarten Douglasie und Eiche stärker zu etablieren, den Nadelholzrückgang aufzuhalten und dadurch eine deutliche Zunahme der Anbau- und Verjüngungsfläche zu erreichen. „Der Specht freut sich über Nadelholz“, erklärte Revierförster Mades, denn er sei ein wichtiger Vogel, der unter anderem Brutplätze für andere Tiere baut. Den Planungen muss der Gemeinderat allerdings noch zustimmen. Bürgermeister Heiko Genthner nutzte die Gelegenheit, sich bei den drei gemeindeeigenen Waldarbeitern unter der Leitung von Günter Bahm für ihre gewissenhafte Arbeit zu bedanken. – Nico Roller

 

 

 

Veröffentlicht am Dienstag, 19. Mai 2015