• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Gemeinderatssitzung vom 23. Juni

Übergangsgruppe wird eingerichtet; Umbau des Jugentreffs in Stein beginnt
Ein Jugendtreff soll in diesem Gebäude neben dem Friedhof in Stein demnächst entstehen. (rol)

Weil die Nachfrage nach Plätzen in der Kernzeitbetreuung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, hat der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung eine überplanmäßige Ausgabe beschlossen, um die Zahl der Betreuungsplätze in den nächsten beiden Schuljahren erhöhen zu können. Das von der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis durchgeführte Angebot der Kernzeitbetreuung gibt es an den Grundschulen der Gemeinde bereits seit dem Jahr 2007. „Wir haben in beiden Ortsteilen derzeit mehr Anmeldungen als freie Plätze“, informierte Lea Grießer, die bei der Volkshochschule für die Planung und Organisation der Schulkindbetreuung zuständig ist. Die hohe Nachfrage spreche zwar für die Qualität des Angebots, sagte Hauptamtsleiter Stefan Keller, stelle die Gemeinde aber auch vor Herausforderungen. Da weder in der Steiner Heynlinschule noch in der Königsbacher Johannes-Schoch-Schule ausreichend Räume zur Verfügung stehen, soll zeitlich auf die beiden kommenden Schuljahre befristet an beiden Schul-Standorten zusätzlich zu den beiden bereits bestehenden Gruppen jeweils eine dritte Gruppe eingerichtet werden, die über keinen eigenen Gruppenraum verfügt. Durch diese Maßnahme können in Stein 70 Plätze und in Königsbach 60 Plätze angeboten werden. Damit einher geht auch eine Aufstockung des Personals, die voraussichtlich mit zusätzlichen Ausgaben verbunden ist. Die Gemeinde muss bei voller Auslastung mit einem überplanmäßigen Zuschuss von rund 15 765 Euro rechnen. „Wir können das Platzangebot aber nicht ständig erhöhen“, mahnte Keller. Deshalb machte er den Vorschlag, Aufnahmekriterien festzulegen, die bei der Platzvergabe berücksichtigt werden sollen. Der Gemeinderat beschloss, dass zukünftig Kinder von Alleinerziehenden mit Arbeitsbescheinigung an erster Stelle stehen, dann folgen Kinder, bei denen beide Elternteile eine Arbeitsbescheinigung haben und Geschwisterkinder. An vierter Stelle stehen Arbeitssuchende mit entsprechendem Nachweis.

 

Aber nicht nur die Anzahl der Plätze, sondern auch die monatlichen Elternbeiträge für die Kernzeit wurden vom Rat erhöht. Weil Personalkosten und die Anzahl der zu betreuenden Kinder in den vergangenen Jahren gestiegen sind, sei eine Erhöhung der Beiträge nötig, teilte Keller mit. Im Unterschied zur letzten Erhöhung vor zwei Jahren soll diese nun differenziert erfolgen. Ab dem ersten September zahlen Eltern für das erste Kind, das sie in Betreuung geben, 58 Euro pro Monat, das zweite Kind kostet 35 Euro und das Dritte bleibt beitragsfrei. Das entspricht einer Erhöhung von rund fünf Prozent. Wer zusätzlich die Ferienbetreuung in Anspruch nimmt, muss für das erste Kind künftig 78 Euro und für das zweite Kind 53 Euro monatlich bezahlen, während das dritte Kind kostenlos bleibt.

 

Einstimmig votierten die Mitglieder des Rates für die Einrichtung einer Übergangsgruppe in der Königsbacher Kindertagesstätte Regenbogen ab Anfang September dieses Jahres, weil sonst etliche Kinder im kommenden Kindergartenjahr nicht untergebracht werden könnten. Gemeinsam mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) hat die Gemeinde ein tragfähiges Konzept entwickelt, das vorsieht, im Bewegungsraum der Kita Regenbogen eine Ganztagesgruppe mit Altersmischung für 20 Kinder einzurichten. Dazu müssen überplanmäßig 1,75 Erzieherstellen geschaffen werden. Die räumliche Gestaltung und Möblierung könne mit geringem Aufwand betrieben werden und erfolge über den Haushaltsansatz für die bereits geplante dritte kommunale Kita. Weil auch der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren wächst, sollen zudem ab dem ersten September die Kapazitäten der beiden Krippengruppen in der Kita Regenbogen auf jeweils zwölf Plätze erhöht werden, bis die geplante neue Kita ihren Betrieb aufnimmt.

 

Für die Jugendlichen der Gemeinde dürfte hingegen die Bekanntgabe interessant sein, die Thomas Brandl vom Amt für Immobilien und Schulen machte. Der Umbau des Jugendtreffs in der Nähe des Steiner Friedhofs soll demnächst beginnen. Das Gebäude steht seit Jahren leer. – Nico Roller

Veröffentlicht am Dienstag, 30. Juni 2015