• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Viele Berufe unter einem Dach

Mehr als 300 Jugendliche kommen zum Schul- und Berufsinformationstag in Königsbach
Über den Erzieherberuf informieren sich Laura (Mitte) und Esther (rechts) bei Selina Bischoff. (rol)

Nur wenige Sekunden vergingen und aus der normalen kupferfarbenen Cent-Münze wurde eine mit goldenem Überzug. Wie das möglich ist, ließ sich der 16-jährige Tim von Enayati-Produktionsleiter Giovanni Di Rosa zeigen. Er war nur einer von mehr als 300 Schülern, die gestern beim Schul- und Berufsinformationstag in der Königsbacher Willy-Brandt-Realschule unterwegs waren, um herauszufinden, welcher Beruf der Richtige für sie ist. In der Aula hörten Esther und Laura (beide 14) gespannt zu, als Selina Bischoff ihnen erklärte, wie eine Ausbildung zur Erzieherin bei der Gemeinde Königsbach-Stein aussieht. Ihnen sei es nämlich wichtig, später einen Beruf auszuüben, in dem sie Menschen unterstützen können, sagten die beiden Schülerinnen. Auch Max war auf dem Berufsinformationstag unterwegs. Er sei sich noch nicht sicher, ob er nach der Schule lieber etwas Handwerkliches oder etwas Kaufmännisches machen wolle, erzählte der 14-Jährige.

 

Ajana (14) wusste dagegen schon genau, was sie später werden will: Polizistin. „Das ist schon seit fünf Jahren mein Wunsch.“ Im Gespräch mit Einstellungsberater Andreas Reuster erfuhr sie, welche Voraussetzungen man für eine Ausbildung bei der Polizei erfüllen muss. Insgesamt 41 Aussteller hatten ihre Stände in Aula und Mensa aufgebaut. Ein paar weniger als im vorigen Jahr. Aber dafür seien dieses Mal viele neue Firmen dabei, erklärte Anna-Lena Schestag im Gespräch mit dem Pforzheimer Kurier. Die 21-Jährige hat den Schul- und Berufsinformationstag ehrenamtlich organisiert. „Wir haben dieses Mal eine große Vielfalt“, sagte sie. Sowohl bei den Schülern als auch bei den Unternehmen komme die Veranstaltung überwiegend gut an. Schon etliche Ausbildungsverhältnisse seien zustande gekommen. „Jedes Mal, wenn ich durchlaufe, erkenne ich ehemalige Schüler, die jetzt als Auszubildende ihre Erfahrungen weitergeben“, erzählte Schestag. Sie selbst habe vor einigen Jahren ihre weiterführende Schule auf dem Berufsinfotag gefunden.

 

Dieter König teilte die positive Einschätzung: Als man vor zwölf Jahren mit der Veranstaltung anfing, habe man noch um die Firmen werben müssen, mittlerweile kämen sie von ganz alleine. Der Rektor verwies auf die anderen Bausteine zur Berufsorientierung, die es an seiner Realschule gibt. Etwa Planspiele, Bewerber-Knigge oder Kooperationsprojekte mit den Lehrwerkstätten lokaler Firmen. „Wie alles hat sich auch die Arbeitswelt in den letzten Jahren rasant verändert“, sagte Bürgermeister Heiko Genthner in seiner Begrüßung: Manche traditionsreiche Berufe gebe es zwar nicht mehr, aber dafür seien neue entstanden. Der Berufsinfotag bündle viele Informationsquellen an einem Ort. – Nico Roller

Veröffentlicht am Dienstag, 30. Januar 2018