• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Umweltfreundlich und modisch

Königsbacher Juniorfirma stellt Gürtel und Geldbeutel aus alten Feuerwehrschläuchen her
Viel erreichen wollen (v.l.) Jana, Adriana, Cristiana, Elisa, Sophia, Maren, Mira, Tobias und Benedict mit ihrer Juniorfirma. (rol)

Es scheint nicht ganz einfach zu sein, alte Feuerwehrschläuche in der Mitte durchzuschneiden. Denn obwohl Mira eine große Schere dafür benutzt, sieht man ihr die Anstrengung im Gesicht deutlich an: „Das ist schon ein bisschen Knochenarbeit“, gibt die Schülerin zu. Aber die ist nun einmal nötig, damit aus den Schläuchen später modische Gürtel und Portemonnaies entstehen können. Das ist die Geschäftsidee der Juniorfirma „oneonetwo“, die erst seit wenigen Wochen am Königsbacher Lise-Meitner-Gymnasium existiert.

 

Mira gehört zu den elf Kursstufenschülern, die ihre Produkte größtenteils selbst herstellen. Eigentlich mache die Arbeit Spaß, sagt sie grinsend und sichtlich erleichtert, nachdem sie die beiden inzwischen auseinandergeschnittenen Schlauch-Hälften an ihre Mitschülerin Maren weitergegeben hat: „Man weiß, dass man es selbst hergestellt hat und man freut sich, wenn man es jemanden tragen sieht.“ Maren spannt derweil eine der beiden Schlauch-Hälften mit mehreren Schraubstöcken auf einer Holzplatte fest und schneidet mit einem Teppichmesser die Form aus. Aus diesem Schlauch werde später ein Gürtel, erklärt sie, während sie sechs Kreise auf den Stoff malt. Da, wo sie die Kreise eingezeichnet hat, wird wenige Minuten später Adriana mit einem Hammer und einem Stanzer sechs Löcher ausstechen und anschließend die Ösen anbringen. Der Gürtel sei jetzt schon so gut wie fertig, erklärt Tobias Kühner: Nur die äußere Naht müsse man noch anbringen, aber das lasse man von Profis erledigen. Tobias ist von den übrigen Mitgliedern der Juniorfirma zum Geschäftsführer gewählt worden. „Wir bieten ein umweltfreundliches und modisches Produkt an“, sagt er. Umweltfreundlich, weil es sich bei den Schläuchen entweder um Ausschussware handelt oder weil sie altersbedingt von der Feuerwehr ausgemustert wurden. Modisch, weil es die Gürtel und Geldbeutel in verschiedenen Farben und Formen gibt. Bei den Gürteln seien auf Wunsch auch Spezialanfertigungen möglich, erklärt Tobias.

 

Erwerben kann man die Produkte bislang nur auf der Webseite der Juniorfirma. In Zukunft wollen die Schüler aber auch Kooperationen mit Geschäften starten und auf öffentlichen Veranstaltungen präsent sein. Mit ihrer Juniorfirma nehmen sie an einem Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft teil, das ihnen aus erster Hand Einblicke in ökonomische und finanzielle Abläufe geben soll. Zur Seite stehen ihnen dabei ihr Wirtschaftslehrer Andreas Klose und ihr Wirtschaftspate Nico Höpfinger. Für die kommenden sechs Monate haben die Jungunternehmer viele Ziele. Eines ist die Teilnahme am Wettbewerb aller baden-württembergischen Juniorfirmen im Sommer. Ein anderes ist das Erzielen eines Gewinns. Den wollen die Schüler nämlich für ein soziales Projekt spenden. Mehr Informationen im Internet (www.oneonetwo.de). – Nico Roller

 

 

 

Veröffentlicht am Dienstag, 30. Januar 2018