• Impressionen aus Königsbach-Stein
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Gemeinderatssitzung vom 07.11.2017 - Teil 1

Kostenexplosion bei Um- und Erweiterungsbau der Kita Arche Noah
Die umgebaute und erweiterte Kita Arche Noah in Königsbach schlug mit 95000 Euro mehr zu Buche, als geplant. Nun soll die Gemeinde auf Wunsch der Kirchengemeinde das Defizit übernehmen.

Nach einem Jahr Bauzeit wurde die erweiterte und sanierte evangelische Kindertagesstätte Arche Noah im September 2016 bezogen. Die offizielle Übergabe erfolgte ein Jahr später. Für die umfangreiche Baumaßnahme hatte die Gemeinde Königsbach-Stein der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Träger der Einrichtung, im Dezember 2014 eine maximale Bezuschussung von gut 1,36 Millionen Euro zugesagt. Nun bittet die Evangelische Kirche um eine Erhöhung des kommunalen Zuschusses um 95000 Euro, auf Grund insgesamt gestiegener Kosten, wie Pfarrer Oliver Elsässer im Gemeinderat erläuterte. Bei der im Mai vorgelegten Schlussrechnung hatte die Budgetüberschreitung rund 28000 Euro betragen.

Das komplexe Projekt – der Um- und Erweiterungsbau wurde im laufenden Betrieb durchgeführt - sei tatsächlich zu dem veranschlagten Preis on 1,46 Millionen Euro (100000 Euro hat die Landeskirche übernommen) fertiggestellt worden, so Elsässer. Allerdings seien gravierende Kosten durch unvorhersehbare Probleme beim Umbau der alten Gebäudeteile hinzugekommen, sowie durch die notwendige auswärtige Unterbringung einzelner Gruppen. Auch sei die EDV-Ausstattung bei der Planung vergessen worden (6373 Euro), nicht berücksichtigt habe man zudem die Neugestaltung der Außenanlagen und die Aufstellung von Spielgeräten (30000 Euro). „Wir haben das im Sommer 2014 im Eifer des Gefechts übersehen“, sagte Elsässer. Er bat die Gemeinde, das „ärgerliche“ Defizit zu übernehmen, das zu einem Großteil eigentlich zu den Betriebs-, nicht zu den Investitionskosten gerechnet werden müsse. Architekt Steffen Heckerott, Inhaber des Büros Weiss in Walzbachtal, hatte zuvor die wesentlichen Punkte erläutert, die zu dem Defizit geführt haben. Vom Keller bis zum Dach bezifferte er akribisch alle Ausgaben.

Bürgermeister Heiko Genthner merkte an, über den Antrag der Kirchengemeinde könne nicht sofort entschieden werden, dazu seien weitere Diskussionen in Gruppen notwendig. Das sahen auch die Fraktionsvertreter so. „Wenn es heute zur Abstimmung gekommen wäre, wäre das ein klares Nein von der SPD gewesen. Es gibt noch einiges an Gesprächsbedarf“, sagte Oliver Demel aufgebracht. Zumal weitere Kritikpunkte von den Eltern an die Gemeinderäte herangetragen worden seien. „Es gibt jetzt schon gravierende Mängel, die zutage getreten sind. Es scheint ein Fass ohne Boden zu sein.“ Thomas Kaucher (FWV) schloss sich Demels Ausführungen an und sagte, „auch wir haben uns geärgert, nach den neuen Informationen über Baumängel.“ Norbert Peichl (CDU) pflichtete seinen Vorrednern bei und unterstrich, „von unserer Seite gibt es noch viel Informationsbedarf.“ Bürgermeister Genthner betonte, „offene Punkte müssen wir Schritt für Schritt abarbeiten.“ Zu klären sei, „wie ist die Ursache, wie die Lösung.“ Demel ergänzte, „die Schuldigen müssen gefunden werden. Es kann nicht sein, dass wir in den nächsten Wochen weitere Kosten präsentiert bekommen.“

Architekt Heckerott versicherte, seriöse Arbeit geleistet zu haben, entschuldigte sich für Fehler, erhebliche Baumängel sehe er so nicht. Das müsse noch von den beauftragten Firmen abgearbeitet werden. ufa

 

 

Veröffentlicht am Freitag, 10. November 2017