• Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein
  • Impressionen aus Königsbach-Stein

Flüchtlinge in Königsbach-Stein

Informationen zur Flüchtlingssituation in der Gemeinde (u.a. Zahlen, Herkunftsländer, Unterbringung), zum ehrenamtlichen Engagement des Runden Tisches Asyl und zur Ansprechpartnerin in der Verwaltung

Wie viele Flüchtlinge leben in Königsbach-Stein?

In Königsbach-Stein leben momentan rund 85 Flüchtlinge (Stand: Mai 2017). Die meisten von ihnen befinden sich in der Anschlussunterbringung. Das bedeutet, dass ihre Asylverfahren schon abgeschlossen sind oder dass sie schon seit über zwei Jahren in Deutschland leben. Sie kommen aus den Herkunftsländern Afghanistan, Syrien, Irak, Sudan, Nigeria, Indien, Pakistan, Kosovo, Serbien und Albanien, wobei Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien und dem Irak derzeit die größte Gruppe von Flüchtlingen in Königsbach-Stein ausmachen.

Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, werden nach dem Königsteiner Schlüssel auf die einzelnen Bundesländer verteilt.  Bei der Verteilung werden zu zwei Dritteln die Steuereinnahmen und zu einem Drittel die Bevölkerungszahl des jeweiligen Bundeslandes berücksichtigt. Nach dieser Berechnung wurden 2015 und 2016 jeweils knapp 13% der Flüchtlinge dem Land Baden-Württemberg zugewiesen.

Zuerst werden die Flüchtlinge in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung untergebracht, wo sie auch registriert und medizinisch untersucht werden. Anschließend werden sie auf die Land- und Stadtkreise weiterverteilt und leben in Unterkünften des Landkreises, die sich in den Gemeinden des Enzkreises befinden. Dort bleiben sie so lange, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist oder bis zwei Jahre vergangen sind. Danach liegt die Zuständigkeit für die Unterbringung bei den Kommunen.

Ende 2016 waren 1.754 Flüchtlinge in den Unterkünften des Enzkreises und weitere 514 Menschen in der Anschlussunterbringung in den Gemeinden des Enzkreises untergebracht.[1] Da bei immer mehr Personen die Asylverfahren unanfechtbar abgeschlossen sind, ein Aufenthaltstitel erteilt wurde oder sie seit über zwei Jahren in Deutschland leben, gehen immer mehr Personen von der vorläufigen Unterbringung des Enzkreises in die Anschlussunterbringung in den Kommunen über.

Das Landratsamt Enzkreis teilt den Gemeinden alle drei Monate mit, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen müssen. Bis Ende Juni 2017 ist die Gemeinde Königsbach-Stein dazu verpflichtet, weitere Personen im Rahmen der Anschlussunterbringung aufzunehmen, um eine Gesamtzahl von knapp 150 Personen zu erreichen.

Wo leben die Flüchtlinge in Königsbach-Stein?

Auf Wunsch des Gemeinderates sind die meisten Flüchtlinge in Königsbach-Stein dezentral untergebracht. Das bedeutet, dass sie nicht in einer Sammelunterkunft, sondern in einzelnen Wohnungen leben, die über beide Ortsteile verstreut sind. Für die Gemeindeverwaltung ist es jedoch aufgrund der Wohnungsknappheit schwierig, ausreichend Wohnraum für alle Flüchtlinge zu finden. Deswegen wurde entschieden, dass der Enzkreis in Königsbach-Stein eine Wohncontaineranlage errichten darf. In dieser zweistöckigen Anlage wird es 12 Einzelwohnungen für jeweils bis zu fünf Personen geben, sodass dort insgesamt bis zu 60 Flüchtlinge unterkommen können.

Die Wohncontaineranlage befindet sich noch im Bau und wird voraussichtlich im Sommer 2017 bezugsfertig sein.

Wenn Sie Fragen zu den Flüchtlingszahlen und zur Unterbringung von Flüchtlingen in Königsbach-Stein haben oder wenn Sie selbst Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchten, können Sie sich gerne an die Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Frau Bernadette Zyla, wenden.

Kontakt:
Bernadette Zyla, Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Königsbach-Stein,
Tel.: 07232 / 3008 – 159,
Email: zyla@koenigsbach-stein.de

Wie kann man sich für Flüchtlinge engagieren?

In Königsbach-Stein engagieren sich derzeit ca. 60 ehrenamtliche Helfer*innen für die Flüchtlinge, die der Gemeinde zugewiesen wurden. Sie haben sich zum Helferkreis „Runder Tisch Asyl“ zusammengeschlossen, um Flüchtlinge bei der Integration in Deutschland zu unterstützen.

Die Ehrenamtlichen des Runden Tisches Asyl verfolgen dabei vor allem vier Aktivitäten: Patenschaften, Sprachförderung, Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder und Samstagstreffs.

Patenschaften

Die Patinnen und Paten sind wichtige Ansprechpersonen, die sich regelmäßig mit einer Flüchtlingsfamilie oder einer Einzelperson treffen, Fragen beantworten, die Flüchtlinge zu Behörden- oder Arztterminen begleiten oder einfach nur ein wenig Zeit mit ihnen verbringen. Über den Umfang ihres Engagements entscheiden die Patinnen und Paten dabei selbst. Einige von ihnen treffen sich mehrmals pro Woche mit den Flüchtlingen, die sie unterstützen; andere schaffen es nur alle zwei Wochen. Mehrere Helfer*innen können sich auch eine Patenschaft teilen (dann betreuen zum Beispiel zwei Personen im Wechsel eine Flüchtlingsfamilie).

Ob die Treffen bei den Flüchtlingen, den Patinnen und Paten zuhause oder an einem anderen Ort (zum Beispiel im Sozialraum der Gemeinde) stattfinden, entscheiden die Patinnen und Paten gemeinsam mit den Flüchtlingen.

Sprachförderung

Darüber hinaus erteilen derzeit neun Ehrenamtliche in Königsbach-Stein kostenlosen Sprachunterricht für Flüchtlinge. Die Kurse finden zurzeit donnerstags von 17:45-19.10 Uhr Uhr in der Mühlstraße 2 in Stein und freitags von 9.10-11.20 im Alten Schulhaus in Königsbach statt und werden jeweils von mindestens zwei Ehrenamtlichen geleitet. In Zukunft ist auch ein neuer Anfängerkurs geplant, der dienstags von 8:45-10:10 Uhr stattfinden soll.

Eine Tafel sowie Lehr- und Spielmaterial sind in den Räumen vorhanden. Neue Ehrenamtliche werden von erfahreneren Ehrenamtlichen geschult und dürfen erst einmal zuschauen, bis sie sich sicher genug fühlen, um eigenständig Sprachunterricht zu geben.

Hausaufgabenbetreuung

Ein weiteres Team aus derzeit 19 Personen trifft sich drei- bis viermal pro Woche nachmittags für jeweils 1,5 Stunden mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien, die hier in der Gemeinde zur Schule gehen.

Die Treffen sind als Hausaufgabenhilfe und als eine allgemeine Lernbegleitung gedacht. Wenn es wenig Schularbeiten gibt, bemühen sich die Ehrenamtlichen, selbst etwas anzubieten, das den Kindern hilft, mit der deutschen Sprache und dem Leben in Deutschland besser zurechtzukommen. Das können Lesestoff, Rechenaufgaben, Bastelarbeiten oder aber Spiele sein.

In den Gruppen sind in der Regel fünf bis acht Kinder. Über die Lehrer*innen der beiden Schulen im Ort werden die Kinder über das zusätzliche Angebot informiert. Sowohl die Gemeinde als auch einzelne Schulen stellen für die Kurse Räume zur Verfügung.

Die jeweiligen Gruppen haben in der Regel drei Betreuer*innen.  Es zeigt sich jedoch immer mehr, dass bei einzelnen Kindern eigentlich eine eins-zu-eins-Betreuung notwendig ist. Aus diesem Grund sucht die Gruppe dringend weitere Helfer*innen. Der Zeitaufwand beträgt 1,5 Stunden an einem Nachmittag in der Woche. Wer Zeit und Lust hat, kann natürlich auch an weiteren Nachmittagen helfen.

Nach den bisherigen Erfahrungen macht Kindern und Betreuer*innen die Arbeit viel Spaß.

Der Samstagstreff

Um ein zusätzliches Angebot der Begegnung zu schaffen, haben die Ehrenamtlichen des Runden Tisches Asyl den Samstagstreff ins Leben gerufen. Am ersten Samstag im Monat laden sie Flüchtlingsfamilien ein, gemeinsam Zeit zu verbringen, zum Beispiel mit Spielen, Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten. Die Treffen finden jeweils am ersten Samstag im Monat von 10-12 Uhr im Sozialraum in der Mühlstraße 2 in Stein statt. Auch hierfür werden weitere Helfer*innen gesucht.

Wer kann sich engagieren?

Alle Bürger*innen der Gemeinde sind ganz herzlich eingeladen, sich dem Helferkreis „Runder Tisch Asyl“ anzuschließen und sich ebenfalls für Flüchtlinge zu engagieren. Derzeit werden dringend weitere Helfer*innen für die unterschiedlichen Gruppen gesucht. Eine ehrenamtliche Mitarbeit ist bereits mit einem Zeitaufwand von 2-4 Stunden pro Monat möglich. Bei Interesse können Sie sich sehr gerne bei der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten der Gemeinde melden, die Sie gerne berät, den Kontakt zu den jeweiligen Gruppen herstellt und Sie gerne auch zu einem ersten Treffen begleitet.

Kontakt:
Bernadette Zyla, Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Königsbach-Stein,
Tel.: 07232 / 3008 – 159,
Email: zyla@koenigsbach-stein.de

 

[1] Quelle: https://www.enzkreis.de/Kreis-Verwaltung/Aktuelles/Artikelserie-Fl%C3%BCchtlinge-im-Enzkreis-Teil-44-Wie-viele-Fl%C3%BCchtlinge-leben-zurzeit-im-Enzkreis-.php?object=&ModID=7&FID=2032.6579.1&NavID=2032.156&La=1

Veröffentlicht am Mittwoch, 10. Mai 2017