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Leben im Quartier
Lebendige Nachbarschaft für Jung und Alt - Gemeinsam älter werden in der Geborgenheit gepflegter Nachbarschaft
Lebendige Nachbarschaft will die Initiative „Wohnen in Reichweite“ pflegen, auch um sicherer auf das Alter zuzusteuern. Sylvia Roller, Doris Hötger, Marianne Rettig, Christa Feil und Maria Dernbach-Henkel (v.l.) berichteten über das erste halbe Jahr ![]()
Mit ihrer Initiative „Wohnen in Reichweite“ (WIR) wollen Frauen und Männer der Gemeinde in einem Netzwerk lebendige Nachbarschaft pflegen, auch zwischen den Generationen.
Rund ein Dutzend Frauen haben sich Gedanken über Kontaktpflege und Freizeitgestaltung mit Blick auf die kommenden Jahre des Älterwerdens gemacht und im Mai 2009 die Initiative „Wohnen in Reichweite“ ins Leben gerufen. Starthilfe leistete Doris Hötger vom Diakonischen Werk Pforzheim Land, die über ein ähnliches Netzwerk im Pforzheimer Rodgebiet informierte. Mittlerweile haben sich zwei Gruppen herauskristallisiert, eine in Königsbach mit vier bis sechs Frauen, eine in Stein mit sieben Frauen und einem Mann. Sie sind zwischen 30 bis 75 Jahre alt. Gemeinsam mit Doris Hötger berichteten Maria Dernbach-Henkel, Christa Feil, Marianne Rettig und Sylvia Roller nun über ihre bisherigen Erfahrungen und präsentierten den mit Unterstützung des Kreisseniorenrats und des Diakonischen Werks erstellten Flyer „Leben im Quartier - Lebendige Nachbarschaft für Jung und Alt.“ Finanziert wurde das Faltblatt, das auch in den Bürgerbüros der Gemeinde aufliegt, durch eine Spende.
Auch wenn die Initiative ins Leben gerufen wurde, um sich bei Bedarf gegenseitig zu unterstützen, so steht bislang der angenehmere Teil im Vordergrund, wie Hötger unterstrich, denn „wir wollen ja niemanden abschrecken.“ So ging es zunächst um Kontaktpflege, Freizeitgestaltung, gemeinsame Unternehmungen, wie Ausstellungs- und Kinobesuch, Frühstück- und Kaffeerunde im Café oder Weihnachtsbasteln im Königsbacher Familientreff. „Man muss sich erst noch kennen lernen“, so Hötger. „Es kann erfahrungsgemäß bis zu einem Jahr dauern, bis sich etwas formiert.“ Was in den beiden Gruppen, die in ihren Unternehmungen nicht unbedingt strickt getrennt agieren, fehle, seien Männer. Vielleicht habe man bislang noch keine typischen Männerthemen aufgegriffen. Dabei könne doch jeder eigene Vorschläge einbringen, schließlich seien alle gleichberechtigt. Es gebe keinen Zwang, zu den regelmäßigen Treffen zu kommen, es handle sich um keinen Verein und um keine konfessionelle Vereinigung. Schon durch die unterschiedlichen Lebenssituationen der Teilnehmer gebe es auch viele verschiedene Themen, meint Maria Dernbach-Henkel, die sich auch darüber freut, dass es bereits zu Verbindungen zwischen Alt und Jung gekommen ist. „Dieses Netzwerk zwischen den Generationen ist uns sehr wichtig“, sagt sie. So habe etwa eine ältere Frau eine junge Familie zur Ernte in ihren Garten eingeladen. Erfreulich sei auch, wie gut die Initiative vom Bürgermeister und in den Rathäusern aufgenommen worden sei.
Beistand im Alter versprechen sich die Teilnehmerinnen durch das Netzwerk, „denn je mehr Menschen man als Ansprechpartner hat, desto sicherer kann man auf das Alter zusteuern“, so Christa Feil. Das alles solle allerdings keine professionelle Hilfe ersetzen. „Ich bin nicht in der Verpflichtung Nachbarschaftshilfe zu leisten“, sagt Dernbach-Henkel, „es kann aber durchaus daraus entstehen.“ Feil ergänzt, „es soll eine lockere, schöne Sache sein. Es soll nicht in Arbeit ausarten, ist aber von einem reinen Freizeitclub abzugrenzen.“ Angedacht sei etwa auch der Tausch „Oma-Dienst“ gegen Einkaufen, oder ähnliche Dinge.
Die beiden Gruppen der Initiative „Wohnen in Reichweite“ treffen sich wie folgt:
In Stein finden die für alle Interessierten offenen Treffen jeweils am letzten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus statt, in Königsbach immer am zweiten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr im VHS-Familientreff in der Leopoldstraße 2. Zu diesen zwanglosen Begegnungen sind alle eingeladen, die - gleich welchen Alters - lebendige Nachbarschaft pflegen, Kontakte aufbauen und gemeinsam etwas unternehmen wollen, auch im Hinblick auf ein gut nachbarschaftliches Zusammenleben und gegenseitige Hilfe im Alter. ufa







